With Full Force
Der große Festivalbericht

Konzertbericht

Billing: Wolf Down, Deez Nuts, Sepultura, Airbourne, Suicide Silence, Callejon, Tanzwut, Knorkator, Kvelertak, Ministry, Equilibrium, Dropkick Murphys, In Flames, Napalm Death, Eis, Morgoth, Trollfest, Die Kassierer, Royal Republic, Motionless In White, Terror, Architects und Kreator
Konzert vom 22.06.2017 | Ferropolis, Gräfenhainichen

With Full Force 2017 – Freitag, 23.06.2017

Callejon

Galerie mit 17 Bildern: Callejon - With Full Force 2017

Endlich! Der wetterbedingt recht magere Start des Festivals soll nun mit feinstem Metalcore von CALLEJON richtig losgehen. Der Moshpit tobt bereits und die Jungs aus dem Ruhrpott heizen diesem mit ihren Krachern „Dunkelherz“ und „Blitzkreuz“ mächtig ein. Der Sound passt soweit, könnte aber ein ticken lauter sein. Der Stimmung tut dies aber keinen Abbruch, sodass auch Songs wie „Utopia“, vom Ende Juli neu erscheinen Album „Fandigo“, gut abgefeiert werden. Zahlreiche Crowdsurfer segeln in den Bühnegraben und verschaffen den Securitys einiges an Arbeit. Mit dem Cover „Schwule Mädchen“ oder dem obligatorischen Anti Nazi-Statement der Ärzte „Schrei Nach Liebe“ (zusammen mit dem Bier Mr. 5,0) bringen sie die anwesende Menge richtig in Bewegung. Aber das soll nicht alles sein. Zu „Snake Mountain“ gibt es endlich eine Wall of Death und bei „Porn From Spain“ kocht die Stimmung vor der FeroX Stage über.

Swiss & Die Andern

Galerie mit 19 Bildern: Swiss & Die Andern - With Full Force 2017

Eine echte Überraschung auf dem diesjährigen Full Force stellen SWISS & DIE ANDERN dar. Dieses Gefühl umschleicht offenbar Swiss, seines Zeichens Frontmann der Politpunker, auch. So gibt er zum Besten, dass er erstaunt sei hier auftreten zu dürfen und dass sich alle riesig darüber freuen würden. Die Freude ist augenscheinlich nicht nur auf Seite der Hamburger. Die unter’m Zelt anwesende Zuhörerschaft nimmt den kleinen musikalischen Stilbruch wohlwollend auf und bewegt sich ausgelassen zu Stücken wie „Punk Zurück“ und „Fick Dich“. Swiss streut während des 40-minütigem Intermezzos auch immer wieder politische Statements mit ein, kombiniert diese mit humorvollen Passagen aus seinem Leben und sorgt so für eine unterhaltsame Abwechslung. Hier ist ordentlich gute Laune unterwegs, die eins zu eins auf das Publikum übertragen wird. Zum wohl bekanntesten Stück „Vermisse Dich“, aus der gerade mal dreijährigen Bandgeschichte, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Tanzwut

Galerie mit 2 Bildern: Tanzwut - With Full Force 2017

Die Big Wheel Stage ist in diesem Jahr die neue und vierte Bühne des WITH FULL FORCE. Es spielen vorwiegend Bands des Folk Metal-Genres aber auch Vertreter des Mittelalterrocks. So auch die achtköpfige Band TANZWUT. Der Grund für ihren Auftritt, so berichtet der Sänger der Band Teufel, sei der Anruf vom „verrückten Veranstalter des Festivals“, der diese unter Einfluss von Whiskey für das Festival gebucht hat. Passend dazu spielen die Jungs aus Berlin „Wieder Da“. In einer wunderbaren Kulisse gelegen, spielen TANZWUT ihren Melodienstrauß vor gut gelaunter Volkschaft . Songs wie „Nein Nein“ dürfen dabei natürlich nicht fehlen und komplettieren den Auftritt. „Weil die Arschlöcher nie aussterben“, wie der Teufel betont, wird passender Weise der letzte Song „Lügner“ zelebriert. Auf jeden Fall keine falsche Entscheidung des „verrückten Veranstalters“ die Band mit ihrem energetischen Mittelalterrock einzuladen.

Knorkator

Galerie mit 30 Bildern: Knorkator - With Full Force 2017

Deutschlands meiste Band der Welt steht nun auf dem Programmzettel. Ein hier gern gesehener und oft gebuchter Gast, der nun auch den Weg in die Stadt aus Eisen gefunden hat, trägt den wohlklingenden Namen KNORKATOR. Die Berliner Urgesteine wollen ihre herrliche Mischung aus experimenteller, künstlerisch extrem wertvoller und tiefsinniger Musikkultur der versammelten Zuhörerschaft darbieten. Gesagt getan, betreten auch schon die drei Hauptakteure Alf Ator, Buzz Dee und Stumpen zur späten Nachmittagsstunde die Hauptbühne. Stumpen ist eingehüllt in eine Art grünen Moosanzug, welchen er sich aber bereits nach kurzer Zeit entledigt und voller Elan in das Publikum wirft. Übrig bleibt ein Hauch von Schlüpfer, in dem er seinen Sohn auf die Bühne bittet. Ja, seinen Sohn! Zusammen stimmen beide treffend das Stück „Kinderlied“ ein. Stumpen bedient sich an vielen Stücken der recht neuen Scheibe „Ich Bin Der Boss“ und so gibt’s nun „Die Geschichte vom Zappel-Philipp“ zu hören. Auch Alf Ator darf wieder seinen Mitgrölsong „Böse“ präsentieren, welchen die Anwesenden textsicher mitsingen. KNORKATOR verdankt das WITH FULL FORCE mal wieder beste Stimmung soweit das Auge reicht. So kann der Abend weitergehen!

Kvelertak

Galerie mit 15 Bildern: Kvelertak - With Full Force 2017

KVELERTAK ist kein Zungenbrecher, sondern kommt aus dem norwegischen und bedeutet übersetzt
„Würgegriff“. Dahinter verbergen sich sechs Musiker aus Stavanger in Norwegen, die mit ihrer Mischung
aus temporeichem Black-Metal und Heavy Rock’n’Roll das diesjährige WITH FULL FORCE begeistern wollen. Mit drei Gitarristen auf der Bühne legen sie los. Aber wie! Kracher vom Debütalbum wie „Blodtørst“ oder „Nattesferd“, von der gleichnamigen aktuellen Scheibe, fressen sich einem brutal in das Gehör. Vom Gesang selber hört man zwar nicht viel, aber das macht bei rein norwegischen Texten auch nicht so viel aus. Viel interessanter ist das Erscheinungsbild von Fronter Erlend Hjelvik, welcher mit Fantasiemaske und minimalistischer Gestikulation sein ganz persönliches Bühnenkonzept verwirklicht. Ein wirklich sehr interessantes Erscheinungsbild.

Ministry

Galerie mit 7 Bildern: Ministry - With Full Force 2017

Seit 1981 stehen MINISTRY fast ohne Pause auf der Bühne. In diesem Jahr auch wieder auf der
Mainstage des WITH FULL FORCE. Nachdem die Metalfans zuvor bei Callejon mehr Lautstärke gefordert
hatten, drehen nun die Jungs mit ihrem Industrial-Metal so richtig auf. Sie schleudern ihre
niederschmetternden Gitarrenriffs gepaart mit dem kompromisslosen Gebrüll von Al Jourgensen über die Stadt aus Eisen. Mit „Antifa“ wachen auch die letzten Fans auf und der Moshpit kommt endlich in Bewegung. Kein bisschen müde, ballern die Jungs aus Chicago gnadenlos ihre Setlist in die Nachmittagsstunden. „Punch In The Face“ und „Just One Fix“ reihen sich gekonnt mit ein und die Party ist voll im Gange.

Equilibrium

Galerie mit 15 Bildern: Equilibrium - With Full Force 2017

Die Big Wheel Stage entern nun die bayrischen Pagan Metaller von EQUILIBRIUM. Eine überschaubare Menge hat sich auch eingefunden, um den von der Band selbstbetitelten Epic Metal zu feiern. Eröffnet wird das Set mit dem Stück „Erwachen“, welches auf der 2016 erschienen Platte „Armageddon“ zu finden ist. Sänger Robert „Robse“ Dahn lässt währenddessen derart sein gülden Haar flattern, dass auch noch die dritte Reihe den Luftzug merkt. Keine Zeit verlieren heißt das Motto und weitere Raketen wie „Blut Im Auge“ und „Born To Be Epic“ ereilen den Zuhörer. Mittlerweile haben sich auch die Reihen gefüllt und es wird im Kollektiv gefeiert. Schönes Nackenmuskeltraining, Danke Jungs aus dem fernen Bayern.

Dropkick Murphys

Galerie mit 17 Bildern: Dropkick Murphys - With Full Force 2017

Gerade erst feierten die DROPKICK MURPHYS aus Boston, Massachusetts, ohne viel Aufsehen ihr
bereits 20-jähriges Bandjubiläum und sind nun mit ihrem amerikanischen Irisch-Folk Hardcore-Punk
auch auf dem WITH FULL FORCE zu Gast. Gute Laune liegt in der Luft, dies bestätigen die gut gefüllten Reihen vor der Mainstage. Bei den typisch irischen Partykrachern wie „The Boys Are
Back“ und „Shipping Up To Boston“ kann man nicht anders als abzugehen. Folglich tun dies die Anwesenden in vielen kleinen Pogokreisen und feiern sich selbst und die Band. Natürlich haben die Jungs auch ihr neues Album „11 Short Stories Of Pain And Glory“ im Gepäck, welches nicht zu kurz kommt. Neben fröhlichen Songs wie „I Had A Hat“ bringen die DROPKICK MURPHYS auch ernstere Songs der Scheibe wie „Paying It My Way“ zum Besten. Gegen Ende gibt es noch Gänsehautfeeling mit dem Cover der Hymne „You’ll Never Walk Alone“, bei der sich alle in den Armen liegen und so gegenseitig vom reichlichen Bierkonsum stützen. Passendes Statement gegen den Terror.

In Flames

Galerie mit 25 Bildern: In Flames - With Full Force 2017

Nun ist es soweit, der große Samstagabend Headliner steht in den Startlöchern. Die Jungs von IN FLAMES haben es sich nicht nehmen lassen, die 24. WFF Ausgabe mit ihrer Anwesenheit zu bereichern. Das ist auch gut so, denn mit ihrer 27-jährigen Bühnenerfahrung und den elf veröffentlichten Studioalben, können die Göteborger so manchen Mitbestreiter in den Schatten stellen. Unter tobendem Applaus starten sie ihr Set mit „Wallflower“ vom zuletzt erschienen Longplayer. Mit seiner charismatischen Erscheinung weiß Anders Fridén ganz genau, wie er sein Publikum in den Bann ziehen kann. Dies stellt er mit dem Stück „Here Until Forever“ abermals unter Beweis. Die Klassiker „Only For The Weak“ und „Alias“ reihen sich perfekt ein und bringen die Stadt aus Eisen ordentlich zum Beben. Außerdem bleibt festzuhalten, dass der Sound und das Bühnenlicht ein super Arrangement darstellen, so dass nur noch eines zu sagen bleibt. Eine perfekte Show einer perfekten Band. Chapeau!

Napalm Death

Galerie mit 7 Bildern: Napalm Death - With Full Force 2017

Was nun kommt ist nicht nur extrem für die Ohren, sondern auch was für’s Auge. Für die Ohren weil hier die Mitbegründer des Grindcore auf der Bühne stehen und für die Augen weil Fronter Mark Greenway wie ein losgelassener Irrer auf der Bühne hin und her rennt und springt. Leider schauen sich nicht mehr allzu viele das Spektakel auf  der Zeltbühne an, was vermutlich an der fortgeschrittenen Uhrzeit liegt. Egal, denn auch so laufen die im Durchschnitt 1-minütigen Stücke der Briten gut rein. Schönes Ding!

Eïs

Galerie mit 10 Bildern: Eïs - With Full Force 2017

Nachdem bereits NAPALM DEATH für einen mächtigen Abriss in der Knüppelnacht sorgten folgen nun die deutschen Black Metaller von EÏS. Mit ihren sechs Alben im Gepäck und jeder Menge Schminke im Gesicht ballern sie gleich voll los. Ihre ausschließlich deutschen Kompositionen verbinden düsteren Black Metal und klassische Riffs zu einem gelungen Abschluss des zweiten Festivaltages, ehe es Kräftetanken für den letzten Tag heißt.

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19.07.2017

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