
Party.San Metal Open Air 2026
Unser großer Festivalbericht
Konzertbericht
Party.San Samstag, 08.08.2026
Am Samstag gehört es zur Tradition, bereits vor der Öffnung des Infields die Zeltbühne zu bespielen. Die frühen Slots füllen heute die Tribute-Bands GOREFUNEST und FOR VICTORY, die sich beide den Death-Metal-Klassikern der 1990er‑Jahre widmen. Der Publikumszulauf ist trotz der „frühen“ Stunde erfreulicherweise immer gut und vor der Bühne scharren die Feierwilligen bereits mit den Füßen, während sich andere mit dem ersten Konterbier auf den letzten Festivaltag vorbereiten.
GOREFUNEST
10:00 Uhr – Tentstage
GOREFUNEST eröffnen die Tentstage mit einer Zeitreise durch die klassische GOREFEST-Phase bis Mitte der Neunziger. Optisch gibt es keinerlei Parallelen, aber der musikalische Ansatz sitzt dafür umso besser. Die Gitarren wummern, der Groove stimmt und auch die Schwere des alten GOREFEST-Materials kommt überzeugend rüber.
Der Schwerpunkt liegt auf „False“: „The Glorious Dead“, „State Of Mind“, „Get-A-Life“, „From Ignorance To Oblivion“ und „Reality – When You Die“ bilden den Kern des Sets. Mit „Confessions Of A Serial Killer“ von „Mindloss“ und „Erase“ erweist die Band zwei weiteren Scheiben der Bandgeschichte die Ehre. Damit entsteht ein konzentrierter Tribut an die frühe GOREFEST-Ära.
Live erweisen sich die Songs als zeitlos. GOREFUNEST nehmen das Ganze ernst, ohne daraus eine steife Kopie zu machen. Stattdessen steht der Spaß an den Songs im Vordergrund.
Für den frühen Samstagmorgen ist das genau der richtige Einstieg: Death Metal, gute Stimmung und spätestens nach ein paar Titeln dürfte vielen das erste Bier schmecken. GOREFUNEST machen jedenfalls Lust darauf, den Festivalsamstag etwas früher als geplant zu beginnen.
FOR VICTORY
11:00 Uhr – Tentstage
Schon der Name macht klar, vor wem sich FOR VICTORY verneigen – und aufs Party.San passt das Programm perfekt. Von den vierzehn gespielten Songs stammen gleich fünf vom namensgebenden BOLT THROWER-Album „…For Victory“: „War“, „Remembrance“, „When Glory Beckons“, „…For Victory“ und „Where Next To Conquer“. Dazu kommen Klassiker wie „Cenotaph“, „Eternal War“, „The IVth Crusade“, „When Cannons Fade“ und „No Guts, No Glory“.
„…For Victory“ erschien 1994 und entwickelte den schweren Sound von „The IVth Crusade“ weiter. Dabei zog das Tempo wieder etwas an und griff ältere Hardcore- und Thrash-Einflüsse auf. Genau diese Mischung aus wuchtigem Groove, treibenden Riffs und marschierender Härte bringen FOR VICTORY mit ihrem Tribut auf die Bühne zurück.
Bei BOLT THROWER gilt ohnehin: Die Songs gehen zu jeder Uhrzeit. Das kommt FOR VICTORY zugute und das Quintett schöpft Energie aus der auch publikumsseitig ungebrochenen BT‑Verehrung. Sie versuchen nicht, das Original zu übertreffen, sondern lassen einfach die Songs für sich sprechen. Und die Resonanz, die wir hier gerade erleben, gibt ihnen Recht und Antrieb.
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GUT
12:00 Uhr – Mainstage
Die traditionelle Grind-Overdose am Samstagmittag liefern GUT: lustig nimmer, grimmig immer – ein durchaus solider Einstieg. Nach der Wiedervereinigung fehlt der Band ein Stück weit die gute Laune und der anarchische Charme, die sie zu Zeiten von „Odour Of Torture“ ausgezeichnet haben. Die Masken gehören weiterhin zum Erscheinungsbild und musikalisch sitzt der Grind, doch Überraschungen bleiben aus.
Das Set besteht aus kurzen, direkten Goregrind-Nummern und einigen groovigen Passagen. „Fisted On The Dancefloor“ oder „Disciples Of Smut“ liefern genau das, was man von ihnen erwartet: dreckigen, stumpfen und bewusst geschmacklosen Grind. Technisch gut aber inzwischen spaßbefreit und abgeklärt. Gegen Ende greifen GUT mit „Anal Sushi“ und „Cripple Bitch“ noch einmal tief in die Old-School-Truhe. Hier blitzt etwas von dem schrägen Charme auf, der die Band früher ausmachte.
Aber vor der Bühne gehört der Grindmittag zum guten Ton: Kostümierte Besucher mit Klobürsten, Aufblas-was-auch-immer-Dingen, Konfetti und Seifenblasen machen klar, dass Grindcore auf dem Party.San nicht nur auf der Bühne stattfindet. Das passt alles zusammen und sorgt einmal mehr für die nötige Portion Wahnsinn. Als Mainstage-Opener funktionieren GUT, auch wenn für den ganz großen Abriss oder einen wirklich überraschenden Gig auch dieses Mal etwas fehlt.
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GATES OF ISHTAR
12:45 Uhr – Mainstage
Wie schon A CANOROUS QUINTET am Vortag gehören auch GATES OF ISHTAR zu den einflussreichen Bands des melodischen Death Metal aus Schweden. Als die Tontechnikerin vor Beginn fragt, ob die Band noch etwas testen möchte, z. B. Clean Vocals, lacht Frontmann Mikael Sandorf kurz und entgegnet: „No clean vocals.“ Trotz ausschließlich harschem Gesangs klingt der Melodeath erstaunlich schmissig und sorgt fast schon für gute Laune.
Dabei haben GATES OF ISHTAR und das PSOA eine gemeinsame, weniger erfreuliche Geschichte: Eigentlich sollten sie schon 2016 in Schlotheim spielen, woraus aufgrund des plötzlichen Todes ihres damaligen Drummers Oskar Karlsson nichts wurde. So schließt sich zehn Jahre später der Kreis und die Band ist sichtlich berührt davon, endlich auf dem Party.San spielen zu können, und davon, dass so viele vor der Bühne stehen und die Schweden begeistert abfeiern.
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INTERNAL BLEEDING
13:45 Uhr – Mainstage
INTERNAL BLEEDING gehören zu den Urgesteinen des Brutal Slam Death Metal und haben den Stil maßgeblich mitgeprägt. Auch heute stellen die New Yorker schnell klar, dass sie nichts von ihrer Brutalität eingebüßt haben. Optisch sieht die Band mit ihrer Gangster-Attitüde eher nach einer Hip-Hop-Crew als nach einer klassischen Death-Metal-Formation aus. Musikalisch machen sie dagegen von der ersten Minute an ordentlich Alarm. Tiefe Gitarren, wuchtige Breakdowns und jede Menge Druck sorgen für einen massiven, zeitlosen Sound.
Sänger Theo Vlahos ist noch relativ neu bei INTERNAL BLEEDING, tritt allerdings nahezu nahtlos in die Fußstapfen seiner Vorgänger. Seine tiefen Growls passen hervorragend zum Sound der Band und verleihen den Songs die nötige Aggressivität.
Gerade im Vergleich mit jüngeren Slam-Bands wird deutlich, dass INTERNAL BLEEDING ihren Stil nicht aus der aktuellen Welle übernommen haben und liefern auf der Party.San-Bühne einen überzeugenden Beleg dafür, dass ihr Sound nichts von seiner Wirkung verloren hat.
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HEXVESSEL
14:45 Uhr – Mainstage
Entspannter Psychedelic Rock am Nachmittag: HEXVESSEL fahren nach dem Geballer von INTERNAL BLEEDING das Tempo deutlich zurück. Und auch wenn die Magie eines mystischen finnischen Waldes am heutigen Nachmittag aufgrund des strahlenden Sonnenscheins schwer zu beschwören ist, geben sich die Finnen doch alle Mühe, die Illusion zu erzeugen.
Das Publikum macht sich jedenfalls nur sehr eingeschränkt auf den Weg zum okkulten Folk Rock und ist nicht besonders zahlreich erschienen. Vom eher spärlich gefüllten Platz lassen sich HEXVESSEL nicht beeindrucken. Frontmann Kvohst versucht jedenfalls, das Publikum einzubinden, und stellt fest, dass alle Anwesenden ja im Geiste vereint seien.
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ACRANIUS
15:45 Uhr – Mainstage
Am Samstagnachmittag spielen ACRANIUS aus Rostock anstelle von DEVOURMENT, die ihre komplette Tour abgesagt haben. Die Band steht für extremen Death Metal und hat kürzlich mit „Whiteout“ das fünfte Album rausgeballert. Sänger Björn trägt die Haare inzwischen kurz, ansonsten präsentieren sich die Brutalitäts-Spezialisten aus Rostock gewohnt hart. Fette, tiefe Gitarren,, Breakdowns und gutturale Vocals bestimmen das Klangbild.
Mit Songs wie „Sworn To Repay“ und „Forced Dread“ finden sich auch aktuelle Titel in der Setlist und demonstrieren, wie ACRANIUS im Jahr 2026 ihren Sound definieren: brutal und druckvoll, aber mit einigen markanten musikalischen Kniffen, die den Songs einen gewissen Wiedererkennungswert verschaffen.
Mit „Ghetto Brawl“ steht zudem ein Fan-Favorit auf der heutigen Party.San-Setlist. Beim Bandmotto „Baltic Sea Brutality!“ geht das Publikum erwartungsgemäß ordentlich mit. Der getriggerte Bassdrum-Sound schmerzt bisweilen, ansonsten liefert die Truppe eine starke Show.
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IN THE WOODS…
16:45 Uhr – Mainstage
Nach HEXVESSEL kommt noch mehr Wald am heutigen Samstag: Progressiv und leicht gotisch angehaucht setzen IN THE WOODS… einen stimmungsvollen Gegenpol zum extremen Death Metal von ACRANIUS. Im Zentrum des Sets steht dabei das aktuelle Album „Otra“. Sicherlich hätten sich einige der Anwesenden mehr Songmaterial aus der Frühzeit der Band gewünscht, aber dieser Wunsch bleibt bis auf den Opener „HEart Of Ages“ leider unerfüllt.
Gleichwohl liefern die Norweger einen unterhaltsamen Auftritt ab, was nicht zuletzt am charismatischen Sänger Bernt Fjellestad liegt. Am Ende des Sets jedenfalls gesteht der Frontmann, dass man womöglich leicht beschwipst zur anschließenden Autogrammstunde erscheinen werde.
Insgesamt haben es IN THE WOODS…, ebenso wie HEXVESSEL, nicht leicht, sich zu behaupten: Verträumte Melodien, stimmungsvolle Atmosphäre und teils ausufernde Songs brauchen (geistigen) Raum, um sich zu entfalten. Für alle Gäste, die sich hierauf einlassen, stellen die beiden Bands sicherlich eine gelungene Abwechslung im Billing des Festivals dar.
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TEMPLE OF DREAD
17:20 Uhr – Tentstage
Und jetzt wieder zurück zum knallharten Death Metal. Pünktlich um 17:20 Uhr laden TEMPLE OF DREAD zur Death-Metal-Walze ins Zelt ein. Die Band um Schlagzeuger Jörg Uken, Inhaber und Produzent der Soundlodge Studios, und Sänger „Cobra Cobretti“, auch bekannt als Jens, Gitarrist bei SLAUGHTERDAY, zieht das gut gefüllte Zelt sofort in ihren Bann.
Bereits beim Opener „Aithon’s Hunger“ zeigen die Ostfriesen, was das Publikum in den kommenden fünfunddreißig Minuten erwartet: kompromisslosen Death Metal bei bestem Sound. Sichtlich beeindruckt von den „Ost-Ost-Ostfriesland“-Rufen aus der Crowd, lässt sich Jörg sogar spontan dazu hinreißen, sie am Schlagzeug zu begleiten.
Dass neben der musikalischen Härte auch der Humor nicht zu kurz kommt, zeigt sich wenig später, als Jens versehentlich den falschen Song ankündigt und von seinen Bandkollegen darauf hingewiesen wird, dass der noch gar nicht an der Reihe ist. Seine lachende Antwort: „Selbes Thema, anderer Song.“ Man merkt den Jungs einfach an, wie viel Spaß sie auf der Bühne haben.
Zum letzten Song „World Sacrifice“ gönnt Jens dem Publikum schließlich noch eine ordentliche Abkühlung aus einem riesengroßen Wassergewehr. Das war definitiv viel zu kurz!
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FIRESPAWN
17:45 Uhr – Mainstage
Eigentlich von L. G. Petrov 2014 nach seinem Ausstieg bei ENTOMBED gegründet, riefen sein ehemaliger Mitmusiker und Sänger Jörgen Sandström (THE PROJECT HATE MCMXCIX, ex-GRAVE, ex-ENTOMBED) FIRESPAWN 2025 wieder ins Leben – allerdings als Tribute-Band im Gedenken an Petrov himself. Entsprechend geben sie Songs von allen drei FIRESPAWN-Alben zum Besten.
Zum Opener des Debüts „The Emperor“ wird sogar L. G. Petrovs Bühnenkutte auf selbige gerollt, was zwar erst einmal befremdlich wirkt, aber das Publikum quittiert es mit lauten „All Hail“-Rufen zum gleichnamigen Song. Zum Rausschmeißer „Lucifer Has Spoken“ ist teilweise die Stimme von L. G. vom Band zu hören und beendet eine Dreiviertelstunde Worshipping gebührend.
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IMPURITY
18:25 Uhr – Mainstage
Die Jungspunde aus Schweden haben mit ihrem Debütalbum „The Eternal Sleep“ bekanntlich einen formidablen Hassbatzen im Stile der Altvorderen von ENTOMBED und DISMEMBER gezaubert. Live kann die Band die Energie aber nur optisch auf die Bühne bringen, denn es fliegen zwar die langen Haare und die Bretter beben unter den hünenhaften und höchst maskulinen Bewegungen der Musiker, der Sound ist aber erneut verwaschen und in erster Linie vom HM2-Sound getragen.
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GROZA
18:50 Uhr – Mainstage
In viktorianischer Umgebung auf dem Fortress Festival haben GROZA Ende Mai schon super funktioniert, aber auch die große Sommer-Festivalbühne steht den Herren ausgezeichnet. Mit richtig Druck im Sound geben die vier Bayern ihr Debüt auf dem Party.San. Schwer zu glauben, dass GROZA bislang noch nicht auf dem PSOA aufgetreten sind, passt der melodische Black Metal der Band doch hierher wie die berühmte Faust aufs Auge.
Viele Gäste scheinen den Auftritt der Kapuzengestalten als frühes Tageshighlight zu sehen. Entsprechend voll ist es vor der Bühne. Frontmann P.G dankt dem Publikum für das Ausharren in der Sonne, bevor GROZA ihren energiegeladenen Auftritt absolvieren. Nach kurzen Gedenkworten an den verstorbenen Bassisten Mike gibt es noch „Daffodils“ als Abschluss. Ein starker Auftritt!
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CELESTE
19:30 Uhr – Tentstage
Langsam werden Luft und Temperatur wieder angenehmer im Zelt, bevor CELESTE für ihre Verhältnisse ziemlich unauffällig die Bühne betreten. Das Gimmick der roten Stirnlampen fehlt heute, auch Nebel gibt es nur wenig. Am Ende stellt sich aber heraus: Die Mischung aus Sludge und Black Metal braucht keine großen Effekte, sondern kann auch für sich die notwendige Stimmung erzeugen.
Nachdem GROZA ihr Set auf der Hauptbühne beendet haben, rückt noch einmal ein ordentlicher Schwung Menschen ins jetzt gut gefüllte Zelt nach. Viel zu schnell sind die knapp bemessenen fünfunddreißig Minuten vorbei und die Franzosen beweisen: Atmosphärischer Black Metal zieht auf dem PSOA 2026!
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MURDER SQUAD
19:55 Uhr – Mainstage
MURDER SQUAD wurde ursprünglich als AUTOPSY-Coverprojekt gegründet und dafür Musiker aus dem Umfeld von ENTOMBED und DISMEMBER zusammengetrommelt. Auf dem Papier ist das also ein ordentliches Stück schwedische Death-Metal-Geschichte. Live reißt einen diese Welle der Nostalgie allerdings nur bedingt mit.
Auf der großen Bühne kommt davon ohnehin nur wenig an. Der Sound wirkt dünn und undifferenziert, wodurch die Gitarren nicht die nötige Wucht entwickeln. Musikalisch ist das eine eher gediegene Angelegenheit. MURDER SQUAD spielen klassischen, dreckigen Death Metal, der zwischen schnelleren Passagen immer wieder deutlich abbremst. Gerade die schleppenden Riffs erinnern an AUTOPSY und deren „Severed Survival“-Ära. Allerdings fangen sie an diesem Nachmittag das düster-morbide Flair nicht wirklich ein.
Das hat alles seinen Charme, wirkt im direkten Vergleich mit den Brutalo-Bands des diesjährigen Line-ups aber erstaunlich zahm. Vor der Bühne hält sich die Begeisterung entsprechend in Grenzen. Die Setlist mit Stücken wie „Ravenous, Murderous“, „Depravation“, „Disturbing The Freaks“ und „Bloodfreak“ bietet vor allem Retro-Nostalgie. Die Musiker liefern ihr Programm routiniert ab, doch große Bühnenmomente bleiben aus.
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SUNKEN
20:35 Uhr – Tentstage
Atmosphärischer Black Metal zieht? Was bei CELESTE schon stimmte, bewahrheitet sich bei SUNKEN umso mehr, denn wen es zu spät ins Zelt zieht, den erwarten bereits Probleme, einen guten Platz zu ergattern. Die Dänen beweisen nämlich erneut, warum sie nicht erst seit dem Kracher „Lykke“ zu den Bands der Stunde gehören.
Dabei schaffen sie es spielend, ihre unglaublich intensive Atmosphäre aus kleinen Clubs ins große und noch nicht ganz dunkle Party.San-Zelt zu transportieren. Die maritime Grundstimmung bringen die fünf Gestalten im Nebel perfekt zur Geltung. Auf Ansagen verzichten sie wie immer weitgehend, die Musik spricht für sich und sorgt für einen absoluten Triumphzug, der überzeugt haben sollte, dass man SUNKEN künftig auf dem Zettel haben muss.
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WOLFBRIGADE
21:00 Uhr – Mainstage
WOLFBRIGADE machen ordentlich Dampf: Die Schweden spielen einen gradlinigen und rotzigen Mix aus Crust, Punk und Metal, der gut ins Ohr geht und dort auch hängenbleibt. Die Mischung ist höchst kurzweilig, insbesondere, da die Songs kaum die Zwei-Minuten-Grenze überschreiten und die Refrains alle bestens zum Mitgrölen geeignet sind.
Immerhin fünfzehn Tracks quetschen die Herren in ihr Set, inklusive einiger richtig alter Titel aus der WOLFPACK-Zeit.
Auch wenn wir die Bühnenshow unter „eher unspektakulär“ verbuchen, passen die lässige Performance von Bassist Johan Erkenvåg und das aggressive Auftreten von Sänger Mikael „Micke“ Dahl hervorragend zum Gesamteindruck der Band. Obwohl eine Stunde Spielzeit angesetzt ist, endet der Gig bereits nach knapp fünfundvierzig Minuten. Logisch: Wer schneller spielt, ist früher fertig.
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MARDUK
22:20 Uhr – Mainstage
Verweilen wir doch noch etwas im Land der Köttbullar und Elche. Um 22:20 Uhr ist es so weit: Die Co-Headliner des letzten Festivaltages, MARDUK, betreten die Bühne. Nach einem kurzen Intro legen die Schweden direkt mit „Werwolf“ vom vorletzten Album „Viktoria“ los.
In der folgenden Stunde geht es grimmig durch 36 Jahre Bandgeschichte. Mortuus keift wie eh und je, während Morgan ein messerscharfes Riff nach dem anderen aus dem imaginären Ärmel schüttelt und Simon Schilling auf sein Schlagzeug eindrischt, als gäbe es kein Morgen.
Mit Klassikern wie „Baptism By Fire“, bei dem passend zum Song riesige Flammensäulen von der Bühne in den Nachthimmel schießen, und dem groovenden „Blond Beast“ heizen MARDUK dem Publikum kurz vor dem Festivalende noch einmal gehörig ein.
Nach einer Stunde ist der schwarze Spuk nach der frenetisch gefeierten Bandhymne „Panzer Division Marduk“ auch schon wieder vorbei. Einmal mehr haben MARDUK eindrucksvoll bewiesen, warum sie auch nach mehr als drei Dekaden im Business noch nicht zum alten (Panzer)Eisen gehören. Anschließend wird die Bühne ein letztes Mal für dieses Jahr umgebaut – denn der Headliner des Abends steht bereits in den Startlöchern.
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HYPOCRISY
23:45 Uhr – Mainstage
Und weil’s so schön ist – nochmal Schweden. Hier zeichnet sich aber noch ein anderes Muster ab. Auch 2026 fliegen bei einem erneut schwedischen Samstagsheadliner wieder massenhaft bunte Knicklichter umher. Aber leuchtende Flugobjekte passen bekanntlich hervorragend zu HYPOCRISY, denen wie BLOODBATH im Vorjahr die schwierige Aufgabe obliegt, das von drei Festivaltagen gezeichnete Publikum durchs Party.San-Ziel zu führen.
Vor zwanzig Jahren standen sie das erste Mal auf der PSOA-Bühne und einige der damals gespielten Tracks wie „Killing Art“, „Fractured Millenium“ und „Fire In The Sky“ finden sich auch (und noch immer) im heutigen Set wieder.
Da HYPOCRISY aktuell kein neues Material promoten müssen, kann sich das Quartett Tägtgren/Hedlund/Elofsson/Axelsson in der Songauswahl frei austoben und liefert einen ausgewogenen Mix aus jüngeren Titeln und ollen Kamellen, aus Geballer und Epik. Für die Hartgesottenen gibt’s z. B. „Left To Rot“ und für die Softies „Deathrow (No Regrets)“. Dazwischen platzieren die Schweden aktuellere Stücke wie „Chemical Whore“ und „Children Of The Gray“ und schlagen somit souverän Brücken zwischen ihren musikalischen Epochen.
Sie zählen mittlerweile zu den sehr routinierten, professionellen Livepräsenzen – straight und wenig dem Zufall überlassend.
Vor der Bühne ist trotz größer werdender Lücken noch gut was los und die Resonanz für den Closing Act des Festivals den schwindenden Energiereserven angemessen. Aber der obligatorische Rausschmeißer „Roswell 47” (2006 natürlich auch schon im Set) mobilisiert noch einmal zum letzten Kraftakt, den wir gemeinsam mit Bravour meistern.
Lässiges fünftes HYPOCRISY-vs.-PSOA-Match mit romantischer „Deathrow“-Einlage und viel Nostalgie.
Und wisst ihr, welche weisen Worte uns ein unbekannter Besucher zum Festivalausklang während des Gigs noch zuteilwerden lässt? Achtung:
„Betrunken sein ist ein harter Job. Keiner weiß das mehr zu würdigen.“
Wir lassen das einfach mal so bis zum nächsten Jahr im Raum stehen.
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