Paradise Lost
Der Diskografie-Check

Special

Paradise Lost

 

„Host“ (1999)

Verblüffend ist der radikale Sprung schon, den PARADISE LOST von „One Second“ zu „Host“ vollziehen – wenn auch durchaus nachvollziehbar: Ein hohes Maß an Keyboardmelodien, dreizehn Songs, die sich eher an DEPECHE MODE, denn an Gothic Metal orientieren und ein entsprechend glattes, durchgestyltes Auftreten der Band kennzeichnen das Album von 1999. Blendet man einmal die emotionale Vorgeschichte des Albums im Stile „PARADISE LOST macht ja gar keinen Metal mehr“ aus und betrachtet „Host“ ganz nüchtern und losgelöst, dann hat man ein gutes Album an der Schnittstelle von Synthie-Pop und Düsterrock vor sich.

Allerdings wird man das Gefühl nicht los, dass „Host“ ein Produkt des vollkommenen Überdrusses von Songschreiber Greg Mackintosh am Metal ist – ein groß inszeniertes Experiment, was außerhalb des eigenen musikalischen Biotops noch so alles möglich ist.

Ganz sicher: Nicht nur als Fan von PARADISE LOST ist die „Host“ so interessant, wie schwierig. Einerseits gewährt das Album einen Einblick in das musikalische Seelenleben der Band, andererseits werden liebgewonnene Trademarks scheinbar rücksichtslos über Bord geworfen.

Höhepunkte: „So Much Is Lost“, „Behind The Grey“

Besonderheiten: Das Album stieß 1999 bis auf Platz vier der deutschen Albumcharts vor.

Sammlungswürdig? Jein.

Wer sollte diese Platte besitzen? Jeder, für den Wave und 80er-Synthie Pop kein totaler Abtörner sind.

(Sven Lattemann)

 

Galerie mit 14 Bildern: Paradise Lost - Summer Breeze Open Air 2018

Seiten in diesem Artikel

123456789101112131415
28.05.2015

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 31287 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

2 Kommentare zu Paradise Lost - Der Diskografie-Check

  1. Neffhausen sagt:

    Das die Grundstimmung dunkler und düsterer ist als auf den Vorgängern stimmt m.M.n. überhaupt nicht. Siehe „Gothic“. Die Stimmung hier ist eher melancholischer und depressiver.

  2. doomed-forever sagt:

    Das neue Album tritt kräftig Arsch – und hätte eigentlich direkt nach Draconian Times direkt kommen sollen – aber nach 20 Jahren schließt sich der Kreis wieder, alle Band Trademarks sind hier vorhanden,
    Nick kann wieder schreien, Gregs Arbeit ist 1a Sahne – zu Symbol Of Life Zeiten hatte ich von so einem Album geträumt – nun ist es endlich da, ein Super Dankeschön für alle alten Fans wie ich (>=40 J.) der Truppe aus Halifax. Bin von der Scheibe sehr begeistert, keine Durchhänger, und der letzte Arsch in der Ecke wird auch noch getreten. Tune-in Tipps: Beneath Broken Earth (geile SloMo Walze),
    Sacrifice The Flame, Terminal…alleine schon der Anfang ist Eargasm pur….und alle weiteren Tunes hier. Paradise Lost – forever, Fuckers! \m/