Saxon & Rage
Seize The Day World Tour 2023

Konzertbericht

Billing: Saxon und Rage
Konzert vom 12.03.2023 | Große Freiheit 36, Hamburg

SAXON, gefühlt bereits seit Ewigkeiten im Heavy-Metal-Zirkus aktiv, ist auf dem zweiten Teil der Seize The Day World Tour in Europa unterwegs. Kurz vor dem Konzert in Hamburg gab es die Nachricht, dass SAXON-Mitbegründer Paul Quinn zukünftig nicht mehr live auftreten wird. Eventuell ausgewählte Festivals, aber das Tourleben endet für Quinn mit der laufenden Seize The Day World Tour in Europa. Quinn ist 71 Jahre. Ausgedehntes Touren wird mit den Jahren nicht einfacher, sodass die Entscheidung von der Band voll und ganz mitgetragen wird.

SAXON ohne Quinn ist kaum vorstellbar. Biff Byford und Quinn prägen seit 1979 das Bühnenbild der NWoBHM-Veteranen. Wenig verwunderlich ist daher der heutige Andrang. Vor der Großen Freiheit 36 hat sich eine lange Menschenreihe gebildet, welche bei wenig einladenden Wetterbedingungen auf Einlass in die Lokation warten.

RAGE sind ein mehr als würdiger Support auf der Seize The Day World Tour 2023

Galerie mit 21 Bildern: RAGE - BrainRage Over Europe Tour 2022 in Stuttgart

Als Opener ist heute ein weiteres Schwergewicht des Heavy Metal zu erleben. Die Ruhrpott-Combo RAGE um Sänger und Bassist Peter „Peavy“ Wagner ist ebenfalls bereits seit den 80er Jahren aktiv. Um kurz vor 20 Uhr geht das Licht im Saal aus und RAGE, welche seit 2020 wieder als Quartett unterwegs sind, kommen auf die Bühne.

Wie SAXON haben auch RAGE neues Material am Start. „Resurrection Day“ veröffentlichte das Quartett während der Pandemie. Der Titeltrack ist der Opener des heutigen Abends. Drummer Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos ist links in der Ecke untergebracht, die weiteren drei Protagonisten können nur den vorderen Teil der Bühne nutzen. Im hinteren Bereich ist bereits das abgedeckte Schlagzeug von Nigel Glockler zu sehen. Auffällig ist, dass Gitarrist Jean Bormann die tiefen Vocals übernimmt, beziehungsweise sich mit Wagner teilt. Im Oktober sollten RAGE bereits in Hamburg spielen. Aufgrund von Erkrankungen fiel der Gig leider aus, sodass RAGE noch ein wenig Nachholbedarf in Hamburg haben.

Mit „Great Old Ones“ gibt es früh den ersten Klassiker vom „Soundchaser“-Album. Überhaupt legen RAGE heute ihr Augenmerk auf die Klassiker: „Sent By The Devil“, „My Way“ oder „Straight To Hell“. RAGE wissen, dass heute eher gesetztes Publikum vor der Bühne steht und die Haarfarbe grau dominiert. Mit der „must play“ Nummer “Higher Than The Sky” endet der circa 50-minütige Auftritt der Herren, wo der Sound für einen Opener nach den üblichen anfänglichen Schwierigkeiten überraschend gut aus den Boxen dröhnt. RAGE werden völlig zurecht abgefeiert, auch wenn heute natürlich eine andere Band im Fokus steht.

Setlist RAGE:

  • Resurrection Day
  • Great Old Ones
  • Sent By The Devil
  • My Way
  • Straight To Hell
  • Virginity
  • End Of All Days
  • Don’t Fear The Winter
  • Higher Than The Sky

SAXON liefern ein Hit-Feuerwerk zum Abschied von Paul Quinn

Galerie mit 30 Bildern: Saxon - Seize The Day World Tour 2022

Die Umbaupause ist zügig erledigt und um 21.15 Uhr stehen SAXON auf der Bühne. Zunächst ist das Licht noch aus, sodass Sänger Peter „Biff“ Byford nur schemenhaft zu erkennen ist. Mit dem Licht startet auch die Musik. Der Titeltrack des aktuellen Longplayers „Carpe Diem (Seize The Day)“ eröffnet den nostalgischen Ritt durch die SAXON-Diskografie.

Spätestens ab „Motorcycle Man“ haben SAXON das Hamburger Publikum im Griff. Nach „Age Of Steam“ schnappt sich Byford eine von einem Fan zugeworfene Kutte, welche eher ein Mantel ist. Ein großer SAXON-Patch ziert die Rückseite. Byford wirft sich die lange Fan-Kutte über und performt „Power And The Glory“. Dass die Meute vor der Bühne abgeht und der Track aus vielen Kehlen mitgegrölt wird, versteht sich von selbst.

Zum Abschied von Quinn mixen SAXON ein Best-Of-Set mit der aktuellen Scheibe „Carpe Diem“. Ein munteres Wechselspiel zwischen den Klassikern und den neuen Song sorgt dafür, dass auch das Publikum genügend Zeit zum Luftholen hat. Bei einer Frage, ob „The Eagle Has Landed“, „Broken Heroes“ oder der Titeltrack vom 1984er Werk „Crusader“ gespielt werden soll, ist das Ergebnis vorher klar. Gefühlt gröhlt der ganze Saal den Refrain. Mit einer Reihe von Klassikern endet das normale Set. “Strong Arm Of The Law”, “Solid Ball Of Rock”, der Lemmy-Gedächtnistrack “And The Bands Played On” sowie das unverwüstliche “Wheels Of Steel” sorgen für beste Stimmung vor der Bühne. SAXON-Gesänge sind in der Pause bis zur Zugabe genauso zu hören wie Rufe für den scheidenden Gitarristen Quinn.

Mit “The Pilgrimage” wird es nochmals episch am heutigen Abend. Es folgen weitere Songs, welche einfach auf ein SAXON-Konzert gehören: „747 (Strangers In The Night)“, “Denim And Leather” und zum Abschluss “Princess Of The Night”. Tim „Nibbs“ Carter und Doug Scarratt tragen während der Zugabe ebenfalls Fan-Kutten, welche auf der Bühne landeten. Ein Schuh ist ein etwas komisches Relikt, den Byford signiert ins Publikum zurückgibt. Gleiches gilt für eine SABATON-Kutte, die nur bedingt zur Musik von SAXON passt. Aber auch hier beweist Byford Gentleman-Qualitäten. Einer Dame in den vorderen Reihen gehört die Kutte. Die Besonderheit: die Dame trägt den gleichen Vornamen wie Byfords Frau.

Nach circa 100 Minuten endet die Show der Veteranen aus Yorkshire. Natürlich wird Quinn besonders bedacht bei der Verabschiedung der Band. Die Haudegen liefern nach wie vor ab, wo es an der Performance, der Interaktionen mit den Fans und dem Sound nichts zu meckern gibt. Solange SAXON auf einem derart hohen Niveau agieren können, ist jeder Gedanke an das finale Konzert der Band, das laut einem Byford-Interview auf dem Wacken Open Air stattfinden wird, überflüssig. Junge Bands finden mit dem Quintett einen hervorragenden Orientierungspunkt, wie eine Heavy-Metal-Show funktioniert. Danke Paul Quinn für circa 45 Jahre SAXON mit vielen unvergesslichen Shows. Wir werden Dich auf der Bühne vermissen.

Setlist SAXON:

  • Carpe Diem (Seize The Day)
  • Motorcycle Man
  • Age Of Steam
  • Power And The Glory
  • Dambusters
  • Dallas 1 PM
  • Metalhead
  • Sacrifice
  • Living On The Limit
  • Crusader
  • Black Is The Night
  • Strong Arm Of The Law
  • Solid Ball Of Rock
  • And The Bands Played On
  • Wheels Of Steel
  • The Pilgrimage
  • 747 (Strangers In The Night)
  • Denim And Leather
  • Princess Of The Night

 

13.03.2023

Ein Leben ohne Musik ist möglich, jedoch sinnlos

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