Summer Breeze Open Air 2026
Der große Festivalbericht

Konzertbericht

Billing: 200 Stab Wounds, Airbourne, Alcest, Alestorm, Alien Ant Farm, Amorphis, Arch Enemy, Betontod, Blackbraid, Bloodred Hourglass, Brainstorm, Brothers Of Metal, Brymir, Cryptopsy, dArtagnan, Deafheaven, Decapitated, Deicide, Der Weg Einer Freiheit, Deserted Fear, Dethroned, Die Habenichtse, Eisbrecher, Eivør, Erdling, Excrementory Grindfuckers, Fireborn, Fit For An Autopsy, Fulci, Future Palace, Grand Magus, Green Lung, Groza, Haggefugg, Hatebreed, Heavysaurus, Helloween, Hiraes, Haeresis, Illdisposed, Imminence, In Flames, Kadavar, Lamb Of God, Luna Kills, Manntra, Massive Wagons, Miracle Of Sound, Misery Index, Mittel Alta, Motorjesus, Municipal Waste, Mushroomhead, Nanowar Of Steel, Neckbreakker (ex-Nakkeknaekker), Orbit Culture, Our Promise, Paleface Swiss, Paradise Lost, Parasite Inc., Perchta, Phantom Corporation, Sanguisugabogg, Saor, Saxon, Soulfly, Skindred, Soen, Soulbound, Testament, The Butcher Sisters, The Ghost Inside, Thundermother, Thy Art Is Murder, Trollfest, Unprocessed, Urne, Versengold, Vulvarine, Warfield, Waves Like Walls, Wolves In The Throne Room, Wucan und Zerre
Konzert vom 12.08.2026 - 15.08.2026 | Flugplatz, Dinkelsbühl

Vulvarine unter der Lupe

Im Interview mit VULVARINE sprechen wir mit Robin und Sandy über ihre Band, ihre musikalische Entwicklung und ihre Pläne für die Zukunft.

Für die 2020 gegründete Rockformation aus Wien ist das SUMMER BREEZE 2026 eine Premiere – sowohl als Musikerinnen als auch als Besucherinnen.

Derzeit reisen die vier Rockerinnen rund um Lauree Blaze noch im eigenen Van, den die Musikerinnen liebevoll „Bull Van“ nennen. Jeder Anfang ist schwer: Ohne Klimaanlage geht es hunderte Kilometer von A nach B. Ein gegenwärtiger Entwicklungsprozess, wie die beiden betonen. Langfristig ist das Ziel, den Sprung vom semiprofessionellen Status hin zu einer vollständig professionellen Karriere zu erreichen, sodass alle Bandmitglieder davon leben können. Dafür werden zunehmend Stunden im Regeljob reduziert, um Raum für Songwriting, Proben, Organisation und die künstlerische Arbeit zu schaffen.

Auch musikalisch stehen die Zeichen auf Weiterentwicklung. Nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Fast Lane“ im Jahr 2025 arbeiten VULVARINE bereits intensiv am Nachfolger. Erste Demos sind vorhanden, und nach Abschluss der Festivalsaison soll im Herbst die Studioarbeit beginnen. Angestrebt ist der Release für 2027. Dabei setzt die Band bewusst auf Qualität und kreative Impulse.

Musikalisch lassen sich VULVARINE nur schwer in eine Schublade stecken. Die Musikerinnen bezeichnen ihren Stil selbst augenzwinkernd als „Vulvarock“ und verstehen darunter eine selbstbewusste Mischung aus Rock, Metal, Hardrock, Punkrock und High-Energy-Rock’n’Roll. Entscheidend sei nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Genre, sondern die Freiheit, all jene musikalischen Einflüsse miteinander zu verbinden, die jeden Einzelnen individuell geprägt haben. Diese Offenheit spiegelt sich auch in der ungewöhnlichen Coverversion von „Cheri, Cheri Lady“ wider, die auf dem vergangenen Album zu finden ist und während einer langen Van-Fahrt demokratisch ausgewählt wurde. Welchen Klassiker VULVARINE für das kommende Album ins Visier genommen haben, bleibt vorerst geheim.

Eine zentrale Bedeutung besitzt neben der Musik die gesellschaftliche Dimension der Band. VULVARINE möchten insbesondere Frauen und Mädchen dazu ermutigen, sich ihren Platz in der Rock- und Metalszene selbstbewusst zu suchen. Die Musikerinnen verstehen sich dabei selbst als Vorbilder für eine jüngere Generation und beobachten, dass ihre Präsenz in der österreichischen Szene Wirkung zeigt. Diese Entwicklung betrachten sie als einen besonders erfüllenden Teil ihrer Arbeit.

Das Thema Empowerment wurde dabei nicht nachträglich zum Bestandteil der Bandidentität, sondern war von Beginn an Teil des Konzepts. Persönliche Erfahrungen mit patriarchalen Strukturen und gesellschaftlichen Einschränkungen fließen immer wieder in die Texte ein und schaffen Raum für individuelle Identifikation.

Einen besonderen Meilenstein ihrer bisherigen Karriere stellt die gemeinsame Tour mit THUNDERMOTHER dar. Robin und Sandy beschreiben diese Erfahrung als eine der wichtigsten und prägendsten Stationen ihrer bisherigen Laufbahn. Die größeren Bühnen, die professionelle Infrastruktur und das Zusammenspiel verschiedener Bands ermöglichten ihnen, ein Publikum zu erreichen, das sie auf eigenen Konzerten nicht unmittelbar erreicht hätten.

Für die kommenden Jahre haben VULVARINE ambitionierte Ziele. In etwa zwei Jahren sehen sie sich auf einem Niveau, das mit der heutigen Position von THUNDERMOTHER vergleichbar ist. Größere Bühnen, professionellere Tourneen und letztlich die Möglichkeit, vollständig von der eigenen Musik leben zu können. Dabei geht es VULVARINE nicht allein um kommerziellen Erfolg. Vielmehr möchten sie sich musikalisch weiterentwickeln, ihre eigene Identität bewahren und zugleich anderen Frauen den Mut geben, selbst sichtbar und laut zu werden. VULVARINE stehen für musikalischen Ehrgeiz, persönliche Authentizität und gesellschaftlichen Anspruch. (BH)

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04.09.2026

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