Summer Breeze Open Air 2026
Der große Festivalbericht

Konzertbericht

Billing: 200 Stab Wounds, Airbourne, Alcest, Alestorm, Alien Ant Farm, Amorphis, Arch Enemy, Betontod, Blackbraid, Bloodred Hourglass, Brainstorm, Brothers Of Metal, Brymir, Cryptopsy, dArtagnan, Deafheaven, Decapitated, Deicide, Der Weg Einer Freiheit, Deserted Fear, Dethroned, Die Habenichtse, Eisbrecher, Eivør, Erdling, Excrementory Grindfuckers, Fireborn, Fit For An Autopsy, Fulci, Future Palace, Grand Magus, Green Lung, Groza, Haggefugg, Hatebreed, Heavysaurus, Helloween, Hiraes, Haeresis, Illdisposed, Imminence, In Flames, Kadavar, Lamb Of God, Luna Kills, Manntra, Massive Wagons, Miracle Of Sound, Misery Index, Mittel Alta, Motorjesus, Municipal Waste, Mushroomhead, Nanowar Of Steel, Neckbreakker (ex-Nakkeknaekker), Orbit Culture, Our Promise, Paleface Swiss, Paradise Lost, Parasite Inc., Perchta, Phantom Corporation, Sanguisugabogg, Saor, Saxon, Soulfly, Skindred, Soen, Soulbound, Testament, The Butcher Sisters, The Ghost Inside, Thundermother, Thy Art Is Murder, Trollfest, Unprocessed, Urne, Versengold, Vulvarine, Warfield, Waves Like Walls, Wolves In The Throne Room, Wucan und Zerre
Konzert vom 12.08.2026 - 15.08.2026 | Flugplatz, Dinkelsbühl

Die Chefredaktion von metal.de – Leidenschaft, Professionalität und Teamwork hinter den Kulissen

Metal.de feiert sein 30-jähriges Bestehen und gehört damit zu den größten und traditionsreichsten Online-Magazinen der deutschen Metalszene. Doch was macht Metal.de so besonders und was ist das Erfolgsrezept? Wir schauen hinter die eigenen Kulissen.

Auf dem diesjährigen SUMMER BREEZE OPEN AIR geben die drei Chefredakteure Jan Wischkowski, Oliver Di Iorio und Alex Becker einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit, ihre Wege zur Redaktion und die Entwicklung des Magazins. Dabei wird deutlich: Hinter den täglichen News, Reviews, Interviews, Fotos und Videos steckt eine große ehrenamtliche Gemeinschaft, die vor allem durch Leidenschaft, Professionalität und Teamwork zusammengehalten wird.

Die Anfänge

Jan ist seit 2009 Teil von metal.de. Zu dieser Zeit ist metal.de noch deutlich kleiner und weniger stark spezialisiert. Mit mehreren Kollegen im Gepäck, wechselt er damals von einem anderen, kleineren Magazin zu metal.de. Dort widmet er sich zunächst dem Aufbau des Präsentationsbereichs, bevor weitere Aufgaben hinzukommen und sich sein Verantwortungsbereich kontinuierlich erweitert. Nach einem Wechsel in der Redaktionsleitung übernimmt er 2016 schließlich die Chefredaktion.

Olli stößt während der Corona-Pandemie eher zufällig auf metal.de. Seine Frau Marion (ebenfalls Redakteurin) entdeckt eine Ausschreibung, in der die Redaktion Verstärkung sucht, und ermutigt ihn, sich zu bewerben. Als großer Metal-Fan und mit früheren Erfahrungen in kleineren Indie-Magazinen findet er schnell Zugang zur Redaktion. Zunächst übernimmt Olli den Social-Media-Bereich, der zu diesem Zeitpunkt neu strukturiert und stärker professionalisiert werden soll. Sein Engagement und seine zeitlichen Möglichkeiten führen schließlich dazu, dass er zunehmend Verantwortung übernimmt. Nach einer einjährigen Einarbeitungsphase in der Redaktionsleitung wird er 2022 Teil der Chefredaktion.

Alex’ Zeit bei metal.de nimmt im Jahr 2016 ihren Anfang. Auch bei ihm spielt der Zufall eine wesentliche Rolle. Nach einigen journalistischen Tätigkeiten bei kleineren Magazinen verliert er schließlich die Lust am Schreiben. Erst als seine Frau Saskia sich bei metal.de bewirbt, rutscht er zufällig ins Mediateam. Sein Feuer ist entfacht. Er beginnt im Newsbereich, übernimmt später Aufgaben im Verlosungs- und Präsentationsressort, arbeitet zeitweise im Social-Media-Bereich und setzt verschiedene Specials um. Als Jan in Elternzeit geht und Olli ein Sabbatjahr einlegt, wird Alex gebeten, die Redaktionsleitung zu unterstützen. Heute ist er ein fester Teil der Chefredaktion.

Die Entwicklung

Die Entwicklung von metal.de zeigt, wie stark sich das Magazin über die Jahre verändert hat. Früher machten alle Redakteur:innen alles: News schreiben, Liveberichte verfassen und sogar selbst fotografieren. Mit dem Wachstum der Redaktion wachsen auch die spezialisierten Ressorts. Heute gibt es unter anderem Bereiche für News, Reviews, Interviews, Specials, Social Media, Fotografie, Präsentation und Video. Die Spezialisierung ermöglicht es den einzelnen Redakteur:innen, ihre jeweiligen Stärken einzubringen und dadurch qualitativ hochwertigere Inhalte zu produzieren.

Die Besonderheit des Magazins liegt somit in der Verbindung von Professionalität und Ehrenamt. Einerseits arbeitet die Redaktion strukturiert und spezialisiert, andererseits bleibt sie eng mit der Szene verbunden und bewahrt den Charakter einer Gemeinschaft von Metalheads. Die Inhalte entstehen aus Überzeugung und Leidenschaft und sollen deshalb möglichst authentisch bleiben.

Eine wesentliche Rolle spielt außerdem das über Jahre gewachsene Netzwerk innerhalb der Metalszene. Kontakte zu Promoter:innen, Labels, Bands und Tourmanager:innen entstehen nicht ausschließlich über geschäftliche Kommunikation, sondern vor allem durch persönliche Begegnungen auf Konzerten und Festivals. Aus beruflichen Kontakten können Freundschaften entstehen. Diese persönliche Ebene schafft Vertrauen und erleichtert die Zusammenarbeit.

Aber womit verdienen Jan, Olli und Alex eigentlich ihre Brötchen? Neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei metal.de gehen die drei auch regulären Berufen nach. Jan ist im Marketing- und E-Commerce-Bereich tätig, Olli arbeitet seit vielen Jahren im öffentlichen Dienst und unterrichtet unter anderem als Dozent an der Bayerischen Verwaltungsschule, während Alex nach langjähriger Tätigkeit als Psychiatriepfleger inzwischen im Integrationsbereich arbeitet und dort eine Teamleitungsfunktion innehat. Die unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen ergänzen die redaktionelle Arbeit. Kommunikation, Organisation, Führungsqualitäten und der Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten sind Fähigkeiten, die sich unmittelbar auf die Tätigkeit bei metal.de übertragen lassen. Alex und Jan betonen dabei, dass die langjährige Redaktionsarbeit ihnen zahlreiche Kompetenzen für das Berufsleben vermittelt und sie ermutigt, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Teil der Chefredaktion zu sein bedeutet aber auch: ständig erreichbar sein, Aufgaben koordinieren, kurzfristig Probleme lösen. Festivalauftritte müssen lange im Voraus geplant werden, Interviews organisiert und Kontakte zu Promoter:innen gepflegt werden. Eine perfekte Work-Life-Balance gibt es daher nicht immer.

Aus- und Rückblick

Der Blick in die Zukunft richtet sich auf keine grundlegenden Veränderungen innerhalb der Redaktion. Vielmehr möchte sich metal.de weiterentwickeln, indem es an bisherige Stärken anknüpft. Das Magazin soll zunehmend multimedialer werden. Neben den klassischen journalistischen Texten sollen vor allem Videos und andere, neue Formate weiter in den Fokus rücken. Gleichzeitig soll die hohe Qualität der Reviews, Interviews und anderen redaktionellen Inhalte erhalten bleiben. Olli betont, dass er mit dem aktuellen Stand des Magazins und dem Team sehr zufrieden ist. Die nächsten Jahre sollen daher vor allem von einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Professionalisierung geprägt sein.

Auch neuen Mitgliedern stehen die Türen in die Redaktion grundsätzlich offen. Bewerbungen sind sowohl auf ausgeschriebene Stellen als auch initiativ möglich. Neben klassischen Redakteur:innen werden insbesondere Fotograf:innen, Film- und Videomachende oder aber Menschen mit besonderen Ideen und Fähigkeiten gesucht. Eine fachliche Qualifikation ist dabei nicht das alleinige Kriterium. Bedeutsam ist die Bereitschaft, sich verantwortungsvoll in das Team integrieren zu wollen, um dieses mit neuen Kompetenzen und Teamspirit zu stärken.

Rückblickend erinnert sich Olli an sein erstes Interview mit Barney Greenway von Napalm Death. Für ihn schließt sich damit der Kreis: Nachdem er Greenway viele Jahre zuvor als begeisterter Fan auf der Bühne erlebt hat, sitzt er ihm nun selbst als Journalist gegenüber. Alex erwähnt den Autogrammstand von metal.de, der für ihn damals unerreichbar erscheint. Nur wenige Jahre später ist er selbst Teil des Teams, das diesen Stand betreut. Jan wiederum kann keinen einzelnen Moment hervorheben. Für ihn liegt die besondere Qualität der Arbeit in den vielen wiederkehrenden Begegnungen auf Festivals: Menschen aus Redaktion, Bands, Crew und Szene wiederzutreffen, mit denen er über Jahre verbunden ist, vermittelt ihm das Gefühl, nach Hause zu kommen.

Die Kombination aus ehrenamtlichem Engagement, professioneller Arbeit, langjährigen Kontakten und gegenseitiger Unterstützung ist dabei das eigentliche Erfolgsrezept. metal.de zeigt damit, dass Leidenschaft und Professionalität kein Widerspruch sein müssen. Entscheidend sind Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, ihre Fähigkeiten einzubringen und gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten, das ihnen wirklich am Herzen liegt. (BH)

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04.09.2026

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