
Summer Breeze Open Air 2026
Der große Festivalbericht
Konzertbericht
Extreme (Weather) Metal – der Umgang mit der Klimakatastrophe
Dieses Jahr zeigt allen empfindlich die neuen klimatischen Realitäten, die nicht nur unseren Alltag, sondern ebenso stark unsere Freizeit beeinflussen. Open Airs sind dabei besonders vulnerable Veranstaltungen. Ein ganzes Jahr Planung mündet in nur vier Tagen, in denen sich all die Arbeit, das Geld und das hineingesteckte Herzblut rentieren müssen. Ein Hagelsturm, der zum Abbruch des Festivals führt, oder ein verheerender Brand auf ausgedörrtem Gelände sind nicht nur ein finanzielles Desaster, sondern insbesondere gefährlich für alle Menschen vor Ort.
Hierfür erarbeiten Festivals wie auch das SUMMER BREEZE umfangreiche Sicherheitskonzepte. Neben Evakuierungsflächen und enger Zusammenarbeit mit Meteorolog*innen, Feuerwehr, Polizei und Maltesern, gibt es allerdings einen nicht zu unterschätzenden Bestandteil des Ganzen: Uns! Wenn das Orga-Team Brandschutzbestimmungen herausgibt, wie bei anhaltender Dürre mit Feuer umzugehen ist, muss die geliebte Feuertonne einfach mal zu Hause bleiben und die Zigarette wird nicht, wo man steht und geht ins zündfreudige Stroh abgeascht.
Eigenverantwortung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn wie im Fall des SUMMER BREEZE rund 50.000 Menschen zusammenkommen und feiern. Bei über 30 Grad ausschließlich Bier trinken? Vielleicht eine schlechte Idee. Sonnencreme, ein Fremdwort? Wenn die Pelle springt, können auch die Malteser nicht mehr viel ausrichten. Auch diese appellieren jedes Jahr: Bitte trinkt im Falle solcher Hitze viel Wasser, kühlt euch ab wo es geht und tragt eine Kopfbedeckung, um einen Sonnenstich zu vermeiden.
Damit solche Maßnahmen auch für uns Besuchende umsetzbar sind, hat das Team in diesem Jahr weiter aufgerüstet. Die im letzten Jahr vor der T-Stage gepflanzten Bäume sollen zukünftig mehr und mehr Schatten spenden, gegenüber sorgt eine Nebeldusche für Abkühlung, neben weiteren Open Air-Duschen Richtung Main Stage. Auch die bei allen Schattensuchenden beliebte Tool Rebel Stage mit ihren kreisrunden Überdachungen hat Zuwachs um ein weiteres, großes Dach bekommen. Sorgten in früheren Jahren zunächst Wasser- dann Feuerwehrschläuche für Menschenbewässerung vor den Bühnen, hat schon längst das (leider nötige) Upgrade von umfunktionierten Schneekanonen Einzug gehalten, die die GRABENSCHLAMPEN stets zur richtigen Zeit einzuschalten wissen – dann nämlich, wenn der Kessel kocht.
Zusätzliche Trinkwasserstellen bieten in diesem Jahr eine zuverlässige Selbstversorgung mit dem geradezu verdampfenden Nass. Es ist 17 Uhr und du warst heute nicht ein Mal schiffen? Keine Sorge, mit dir ist alles okay. Allerdings hättest du noch locker zwei Liter mehr draufpacken können.
Bleibt die Frage: Wie geht es weiter? Mit einem Klima, welches unser Wetter immer unvorhersehbarer und extremer werden lässt, und Open Airs im Sommer nicht mehr als Ausnahme, sondern als Regel mit extremer Hitze zu kämpfen haben? In die jahreszeitlichen “Randgebiete“ verlegen? AUTUMN BREEZE statt SUMMER BREEZE? Klingt falsch, aber womöglich unausweichliche Konsequenz. Hoffen wir nicht auf den Extremfall: Dass Extremwetter eine Versicherung solcher Großevents unbezahlbar macht, auch weil Menschenleben gefährdet sind.
Während die aktuellen Geschehnisse in Politik und globaler Entwicklung wenig zuversichtlich stimmen, wirkt der reflektierte, bewusste Umgang von Festivals wie dem SUMMER BREEZE geradezu hoffnungsstiftend. Auch wenn eine mal eben aus dem Boden gestampfte Kleinstadt schwerlich Nachhaltig sein kann, zeigt das Orga-Team stets, dass es aktiv nach Lösungen und Verbesserungen sucht und auch stetig umsetzt (“Less Trash – More Thrash“, “Grüner Festivalstammtisch“, “Crowdpfanding“, “Foodsharing“ … ). Und das ist gut so. Denn seien wir mal ehrlich: Ein Leben ohne Metal Open Airs ist zwar möglich, aber sinnlos. (SZ)
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metal.de Redaktion 




























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