Summer Breeze Open Air 2026
Der große Festivalbericht

Konzertbericht

Billing: 200 Stab Wounds, Airbourne, Alcest, Alestorm, Alien Ant Farm, Amorphis, Arch Enemy, Betontod, Blackbraid, Bloodred Hourglass, Brainstorm, Brothers Of Metal, Brymir, Cryptopsy, dArtagnan, Deafheaven, Decapitated, Deicide, Der Weg Einer Freiheit, Deserted Fear, Dethroned, Die Habenichtse, Eisbrecher, Eivør, Erdling, Excrementory Grindfuckers, Fireborn, Fit For An Autopsy, Fulci, Future Palace, Grand Magus, Green Lung, Groza, Haggefugg, Hatebreed, Heavysaurus, Helloween, Hiraes, Haeresis, Illdisposed, Imminence, In Flames, Kadavar, Lamb Of God, Luna Kills, Manntra, Massive Wagons, Miracle Of Sound, Misery Index, Mittel Alta, Motorjesus, Municipal Waste, Mushroomhead, Nanowar Of Steel, Neckbreakker (ex-Nakkeknaekker), Orbit Culture, Our Promise, Paleface Swiss, Paradise Lost, Parasite Inc., Perchta, Phantom Corporation, Sanguisugabogg, Saor, Saxon, Soulfly, Skindred, Soen, Soulbound, Testament, The Butcher Sisters, The Ghost Inside, Thundermother, Thy Art Is Murder, Trollfest, Unprocessed, Urne, Versengold, Vulvarine, Warfield, Waves Like Walls, Wolves In The Throne Room, Wucan und Zerre
Konzert vom 12.08.2026 - 15.08.2026 | Flugplatz, Dinkelsbühl

Mittwoch, 12.08.2026

EXCREMENTORY GRINDFUCKERS

16:10 Uhr – Main Stage

Seit 25 Jahren blödeln sich die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS nun bereits durch die Szene und über die Festivalbühnen der Republik. Heute haben sie die große Ehre, das Hauptbühnenprogramm des 2026er SUMMER BREEZE mit ihrer Jubiläumsshow zu eröffnen. Wie man es von den Hannoveranern kennt, herrscht hier der beinahe unkontrollierte Wahnsinn, wenn Schlager und Grindcore eine unheilige Liaison eingehen und in fruchtbarster (die Reihenfolge der Buchstaben „u“ und „r“ ist freilich verhandelbar) Weise Lendenfrüchte wie „Jetz Is Auch Egal (Scheiß Drauf!)“ oder „Einfach Mal Die Fresse Halten“ gebären. Vom „Durchfall Im Moshpit“ bleibt die Menge vor der Bühne heute glücklicherweise verschont – im Zweifelsfall überdecken die aufgewirbelten Staubwolken den braunen Sprühregen aber auch einfach besonders effektiv.

Selbst die alkoholschwangerste Doppelsichtigkeit kann uns indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS nicht mehr alle Kerzen auf der Torte haben! Nur vierzehn auserwählte und in weiße Hemdchen gekleidete Fans haben sich nämlich ein Flammenhäubchen aufgesetzt und tragen vom überdimensionierten Kuchengebilde auf der rechten Bühnenseite aus als menschliche Geburtstagskerzen mit Backing Vocals und Bühnentanz zum Gelingen der Show bei. So unterhaltsam der launige Partymix mit Liedern über große Gefühle (namentlich vor allem Durst) und die Suche nach Grindcore auch ist, nutzt sich der Gag freilich irgendwann auch mal ab. Davon wollen die Fans vor der Bühne heute aber nichts wissen und feiern die einstündige Jubiläumsshow vom ersten bis zum letzten Ton gnadenlos ab. In diesem Sinne: Auf die nächsten 25 Jahre, liebe EXCREMENTORY GRINDFUCKERS! (FS)

Galerie mit 10 Bildern: Excrementory Grindfuckers - Summer Breeze Open Air 2026

GREEN LUNG

20:50 – T-Stage

GREEN LUNG bringen ihren Mix aus klassischem Heavy Rock, Doom und psychedelischen Elementen auf die T-Stage. Die Briten setzen dabei auf markante Vocals, eingängige Riffs, melodische Passagen und eine okkulte Ästhetik. Mit „Evil In This House“ vom aktuellen Album „This Heathen Land“ geht es direkt in den Auftritt. Es folgt ein guter Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Mit „Black Magick Radio“ präsentieren GREEN LUNG außerdem eine brandneue Nummer, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht veröffentlicht ist.

Für einen besonderen Moment sorgt das Timing des Auftritts: Während GREEN LUNG auf der T-Stage spielen, findet parallel die partielle Sonnenfinsternis statt. Sänger Tom Templar kommentiert die Situation trocken mit den Worten: „Thanks for ignoring the solar eclipse.“ Aus der Entfernung betrachtet ergibt sich dadurch ein durchaus beeindruckendes Bild: Auf der einen Seite ist die T-Stage mit GREEN LUNG zu sehen, auf der anderen verdunkelt sich die Sonne.

Die Kombination aus klassischen Heavy-Riffs, psychedelischen Momenten und eingängigen Melodien funktioniert auch unter Festivalbedingungen hervorragend. Sie setzt einen klaren Akzent abseits des dominierenden modernen Metal-Sounds und zieht so einige Fans vor die Bühne. (OS)

Galerie mit 14 Bildern: Green Lung - Summer Breeze Open Air 2026

IN FLAMES

21:15 – Main Stage

Der Mittwoch präsentiert sich heiß und staubig. Die partielle Sonnenfinsternis bei AIRBOURNE lässt Gänsehautfeeling zurück. Pünktlich um 21:15 Uhr fegen die ersten Scheinwerfer über die Main Stage. IN FLAMES bitten mit „Colony“ zu Tisch und machen unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Die schwedischen Melodic-Death-Metal-Veteranen gehen zwar ohne neue Platte an den Start, kredenzen aber kein bloßes Best-of-Programm, sondern eine sorgfältig austarierte Zeitreise durch drei Jahrzehnte Bandgeschichte. Die 18 Titel der Setlist umfassen einen Spannungsbogen, der alte Klassiker ebenso berücksichtigt wie Stücke der jüngeren Schaffensphase. Songs wie „Deliver Us“, „In the Dark“ oder „Voices“ heizen der Crowd ordentlich ein und sorgen für eine hohe Crowdsurfer-Dichte und tosende Moshpits.

Überraschend stark und für die Schweden eher ungewöhnlich zeigt sich die Mitte des Sets. „The Chosen Pessimist“ nimmt jegliches Tempo raus und hüllt das Infield in eine rote Lichterlandschaft, welche stark an das Set von GOJIRA erinnert. Obwohl IN FLAMES fast vollständig auf Pyros verzichten, bringt der anschließende Klassiker „Only For The Weak“ den Kessel ordentlich zum Kochen. Frontmann Anders Fridén erweist sich dabei als routinierter Zeremonienmeister, auch wenn gesanglich an einigen Stellen mehr rauszuholen gewesen wäre.

Und so bleibt nach „Take This Life“ vor allem eines zurück: In Flames und das SUMMER BREEZE gehören einfach zusammen. Ein Heimspiel, laut, melodisch, manchmal etwas rau an den Kanten. (BH)

Galerie mit 26 Bildern: In Flames - Summer Breeze Open Air 2026

PARADISE LOST

21:35 – T-Stage

An PARADISE LOST kommt man diesen Festivalsommer nicht vorbei. Und das ist alles andere als tragisch, liefern die Gothic-Death-Doomer dieser Tage doch wieder extrem stabile Live-Shows ab.

Tragisch starten wir nur im thematischen Sinne mit „Serpent On The Cross“, einer songgewordenen Quintessenz ihrer Klang-DNA vom jüngsten Album. Sänger Nick Holmes stellt fest, dass sie bereits das 7. Mal auf dem Breeze zugegen sind, und ergänzt in seiner trockenen, britischen Art: „I know it, because I googled it.“ Nicht überraschend bei bald 40 Jahren Bandgeschichte und einem bald 30 Jahre bestehenden Festival.

PARADISE LOST nutzen ihr einstündiges Set, um zumindest einen mikroskopischen Bruchteil ihres gigantischen Outputs zum Besten zu geben. Von „One Second“ über „Faith Divides Us – Death Unites Us“ bis zu „Embers Fire“. Wobei „As I Die“ zumindest in Neuseeland „besonders populär“ sei, wie Holmes laut eigener Aussage berichtet wurde. Warum? Leider herrscht bis zum Ende dazu „Silence Like the Grave“. (SZ)

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CASTLE RAT

22:40 – Wera Tool Rebel Stage

Abseits der Hauptbühnen lassen CASTLE RAT bei ihrem späteren Abendprogramm im wahrsten Sinne „etwas sehen“. Die US-Amerikaner gelten derzeit als viel gefragter Act in Europa und wirken deshalb in ihrem theatralen Set souverän. Musikalisch spannt das Quartett den Bogen zwischen BLACK SABBATH und Einflüssen der klassischen New Wave Of British Heavy Metal. Optisch präsentieren sie ein Schauspiel: Leadsängerin Riley Pinkerton trifft auf die Bühnenkünstlerin Madeline Wright, alias „The Rat Reaperess“.

Im großen Finale setzt Wright bei „Siren“ den vorgesehenen Abschluss mit Todesstoßszene. Das zahlreich erschienene Publikum wird durch Mitsing-Parts immer wieder eingebunden und zeigt sich bestens mit den Details der einzelnen Präsentationsebenen vertraut. So entsteht eine spürbare Synergie zwischen Band und Zielgruppe; aus anfangs vielleicht ungewöhnlichem Eindruck wird eine runde Sache. Zwischen obskuren Leadgesängen, Proto-Doom-Rhythmen und Maiden-Hommagen von den beiden Gitarristen vergehen die 40 Minuten wie im Flug. (PO)

Galerie mit 22 Bildern: Castle Rat - Summer Breeze Open Air 2026

HATEBREED

23:25 – Main Stage

Noch bevor HATEBREED überhaupt die Bühne betreten, wird vor der Stage klar, dass es gleich laut und ruppig werden dürfte. Mit MOTÖRHEADs „Ace Of Spades“ als Einheizer bekommen die wartenden Festivalbesucher bereits die passende Dosis Rock’n’Roll serviert. Lange dauert es anschließend nicht, bis aus Vorfreude pure Bewegung wird. Mit den ersten Schlägen von „I Will Be Heard“ startet die Band ihren Auftritt ohne jede Anlaufphase. Frontmann Jamey Jasta ist von Beginn an permanent in Bewegung und peitscht das Publikum mit ausgestreckter Faust und voller Energie an. Die Fans lassen sich nicht lange bitten und übernehmen die Texte lautstark. Vor der Bühne entsteht innerhalb kürzester Zeit ein wilder Mix aus Springen, Schubsen und Moshen.

„Perseverance“ setzt direkt noch einen drauf. Die Songs kommen mit der für HATEBREED typischen Härte und Geradlinigkeit daher und lassen kaum Gelegenheit zum Luftholen. Bei „To The Threshold“ steigt der Druck vor der Bühne weiter. Die ersten Crowdsurfer:innen tauchen auf und immer mehr Menschen drängen in Richtung Graben. Zwischen all dem Chaos sorgt ein ungewöhnlicher Gast für Aufmerksamkeit: Ein riesiger schwarzer Plastikball, passend „Ball Of Death“ getauft, wird durch die Menge geschoben und geschlagen. Das gute Stück entwickelt dabei ein erstaunliches Eigenleben und kommt sogar mehrfach den Feuerfontänen gefährlich nahe. Deutlich ruhiger und emotionaler wird es bei „Last Breath“. HATEBREED widmen den Song L.G. Petrov, dem ehemaligen Sänger von ENTOMBED, der verstorben ist. Viel Zeit für Besinnlichkeit bleibt allerdings nicht. Kurz darauf kehrt die Band wieder zum kompromisslosen Hardcore-Modus zurück.

Mit „Destroy Everything“ erreicht die Stimmung einen weiteren Höhepunkt. Die Menge dreht komplett frei, während der „Ball Of Death“ weiterhin erstaunlich unbeirrt durch die Reihen wandert. Der Titel des Songs bekommt angesichts des Geschehens vor der Bühne beinahe eine praktische Bedeutung. Jasta nutzt die aufgeheizte Atmosphäre, um die Fans noch weiter anzutreiben. Auf seine Aufforderung „Let me see your fist!“ folgen unzählige erhobene Hände. Gleichzeitig entstehen gleich mehrere Circlepits. Statt einen einzigen Moshpit auf die Beine zu stellen, verteilt sich die Energie auf mehrere rotierende Kreise, in denen ordentlich Bewegung herrscht. Von Erschöpfung ist bei Band und Publikum weiterhin nichts zu erkennen. Bei „Live For This“ wird das gesamte SUMMER BREEZE zum Backgroundchor. Die Fans schreien die bekannten Zeilen gemeinsam mit Jasta heraus und dürften damit tatsächlich schon einen beträchtlichen Teil ihrer Stimme eingebüßt haben. Der anschließende Titel „No Voice Left For Tomorrow“ passt deshalb fast schon zu perfekt. Mit „Tear It Down“ folgt wenig später der nächste musikalische Abriss.

Zwischen den Songs nutzt Jasta die Gelegenheit, auf das kommende HATEBREED-Album hinzuweisen, das im November erscheinen soll. Auch „As Diehard As They Come“ besitzt einen persönlichen Hintergrund: Der Song ist Gitarrist Wayne Lozinak gewidmet, bei dem 2025 ein Gehirntumor diagnostiziert wurde. Zum Finale setzen „In Ashes They Shall Reap“ und „This Is Now“ den Schlusspunkt unter einen Auftritt, der das Publikum einmal quer durch die HATEBREED-Diskografie gejagt hat. Die Bilanz fällt entsprechend aus: Die Kehlen sind angekratzt, die Nacken dürften in den kommenden Tagen ordentlich zu spüren sein und vor der Bühne sieht man reichlich erschöpfte, aber glückliche Gesichter. Dazu unzählige erhobene Fäuste – genau so, wie ein HATEBREED-Auftritt beim SUMMER BREEZE aussehen muss. (JG)

Galerie mit 23 Bildern: Hatebreed – Summer Breeze Open Air 2026

EIVØR

23:25 – T-Stage

EIVØR gehören zu den stilistisch außergewöhnlichsten Acts des Summer Breeze. Am späten Mittwochabend bildet die färöische Sängerin mit ihrer Band einen deutlichen Kontrast zum übrigen Programm. Während parallel auf der Hauptbühne HATEBREED für Lärm sorgen, ist die T-Stage in tiefes Blau getaucht. Gerade die leisen und filigranen Passagen werden stellenweise erheblich vom Sound der Main Stage gestört. Trotzdem entwickelt sich eine bemerkenswert konzentrierte Atmosphäre.

Nordische Folklore, dezente elektronische Beats und atmosphärische Flächen bilden das Fundament für ihre außergewöhnlich wandlungsfähige Stimme. Diese wirkt technisch ausgesprochen versiert und erinnert in ihrer Kontrolle und Dynamik an eine klassisch ausgebildete Sängerin. Mit ihrem enormen Spektrum bewegt sie sich mühelos zwischen tiefen, beinahe gesprochenen Passagen und kraftvollen, weit ausgreifenden Gesangslinien.

Besonders eindrucksvoll sind die Stücke in färöischer Sprache. Während „Gullspunnin“ und „Trøllabundin“ den folkloristischen Charakter unterstreichen, zeigen „Drekafljóð“ und „Upp Úr Øskuni“ die elektronischeren und rhythmischeren Seiten der Künstlerin. Mit „Falling Free“ findet der Auftritt schließlich einen Abschluss, der weniger auf spektakuläre Gesten als auf Atmosphäre, Stimme und Klang setzt.

Das ungewöhnliche Zusammenspiel von Drums, zwei Synthesizern und EIVØRs Stimme macht diesen Auftritt zu einem der außergewöhnlichsten des Festivals. Gerade im Kontrast zum restlichen Programm des SUMMER BREEZE wird die Eigenständigkeit dieser Musik deutlich. Und so dürften einige Besucher, die EIVØR bislang nicht kannten, nach diesem Auftritt Lust bekommen, sich intensiver mit der Färingerin zu beschäftigen und ihr anstehendes Album „Tungli“ genauer anzuhören. (OS)

Galerie mit 22 Bildern: Eivør - Summer Breeze Open Air 2026

CÂN BARDD

00:30 – Wera Tool Rebel Stage

CÂN BARDD kommen nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Wales, sondern aus der Schweiz. CÂN BARDD sind eigentlich ein Duo und bekommen bei Liveauftritten aktuell Verstärkung von drei Musikern, mit denen sie zu später Stunde einen geradezu magischen Klangteppich auf die Bretter der Wera Tool Rebel Stage zaubern, der trotz der aus der Konserve eingespielten Flötenklänge im Publikum sehr großen Anklang findet.

Entsprechend begeistert beklatscht und bejubelt werden Songs wie „Devoured By The Oak“ oder „Une Couronne De Branches“. Dass leider auch ein Großteil der mehrstimmigen Chorharmonien vom Band kommt, fällt bei dieser Stimmung nicht mehr groß ins Gewicht. CÂN BARDD nehmen das Publikum mit auf eine vierzigminütige Reise in stimmigen, atmosphärischen Black Metal mit Folk-Einschlag und beenden den Gig so, wie sie ihn begonnen haben: unaufgeregt, ohne viele Worte und mit einer synchronen Verbeugung, gefolgt von einem stillen Abgang. (SS)

Galerie mit 8 Bildern: Cân Bardd - Summer Breeze Open Air 2026

ALCEST

01:00 – Main Stage

Die Sonnenfinsternis ist längst Geschichte und doch leuchtet uns nach Mitternacht in gigantischem Ausmaß eine große Sonne vom Screen der Main Stage entgegen. Doch statt der Silhouette eines Mondes zeichnen sich vier schattenhafte Gestalten vor der Naturkulisse in LED ab. Zwischen hohen Gräsern und überlebensgroßen Kranichen rütteln ALCEST mit stiller, aber umso stärkerer Beharrlichkeit an unserem Gefühlskorsett. Die visuelle Hommage verweist auf das jüngste Album „Les Chants De L’Aurore“, das jedoch nur mit dem Opener „Améthyste“ vertreten ist.

Nach etlichen extrovertierten Main-Stage-Abrissen und Staubtornados im aufgeheizten Circle Pit am Tag fröstelt einen die Nachtluft beinahe zwischen den lose stehenden, aber für die Uhrzeit doch zahlreich über den riesigen Platz verteilten Menschen.

ALCEST lassen Musik und animierte Naturkunst für sich sprechen. Eine zurückhaltend hochgereckte Faust von Neige zur Begrüßung des Publikums muss reichen. Alles andere wären aber auch schockierende Entwicklungen im Auftreten der französischen Post-Black-Metal-Band, die nun zum 4. Mal auf dem SUMMER BREEZE spielt.

Die in glasklaren Sound gehüllten, atmosphärischen Stücke und die heiß auf dem Gesicht liegenden Feuerfontänen machen das Set zu einem beinahe spirituellen Erlebnis – wenn das nicht das Ziel eines jeden ALCEST-Gigs ist. So nimmt das Vorgängeralbum „Spiritual Instinct“ eine zentrale Rolle in dieser Nacht mit „Protection“, „Sapphire“ und „Le Miroir“ ein. (SZ)

Galerie mit 27 Bildern: Alcest – Summer Breeze Open Air 2026

MIRACLE OF SOUND

01:15 – T-Stage

Gavin Dunne, seines Zeichens der Kopf hinter dem Ein-Mann-Projekt MIRACLE OF SOUND, freut sich diesen Mittwoch, wie er selbst sagt, gleich doppelt. Einmal über die Auftrittsmöglichkeit auf dem diesjährigen SUMMER BREEZE und zum anderen, dass er als Kind der Neunziger die Möglichkeit und Ehre hatte, seine Helden PARADISE LOST hier live zu treffen und zu erleben.

Darüber hinaus feiern MIRACLE OF SOUND in Dinkelsbühl einen wahren Triumphzug. Die späte Uhrzeit hindert das Publikum nicht daran, sehr zahlreich vor der T-Stage zu erscheinen und Songs wie „All As One“, „Black Flag“, „Ode To Fury“ oder den irischen Song „Sirona“ frenetisch zu bejubeln und ordentlich mitzufeiern.

Der Auftritt endet mit einem herzhaften „Fuck AI“ von Seiten Gavin Dunnes, der in letzter Zeit viel Ärger mit ungenehmigter KI-Nutzung seiner Songs hatte, und dem vielfach gecoverten Über-Hit „Valhalla Calling“, der in mehrstimmigen Chören aus dem Publikum gipfelt. (SS)

Galerie mit 25 Bildern: Miracle Of Sound - Summer Breeze Open Air 2026

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04.09.2026

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