Various Artists - My Own Wolf: A New Approach - A Tribute To Ulver

Review

Das Internet bietet heutzutage nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für die Verbreitung von Musik. In der Realität zeichnet sich allerdings ab, dass das World Wide Web den Mikrokosmos materieller Tonträger zu einem Makrokosmos von enormen Datenmengen aufbläht. Wird man im realen Leben schon mit einer schier unbändigen Masse an täglichen Erscheinungen erschlagen, nehmen die Veröffentlichungen im Netz astronomische Ausmaße an. Und wie im realen Leben gilt: Promotion und ständige Verfügbarkeit sind noch lange kein Erfolgsgarant – die wirklichen Kunstwerke wollen nach wie vor gefunden werden.

Eines davon gab es letztes Jahr zu Weihnachten. Als „My Own Wolf: A New Approach“ am 25. Dezember das Licht der Onlinewelt erblickte, markierte dies das Ende eines langen, aber geglückten, kreativen Prozesses.
Bands und Solokünstler, Alteingesessene wie Neueinsteiger, aus aller Herren Länder beteiligten sich an dem Projekt, ULVERs Kompositionen neu zu interpretieren. Die gesamte Schaffensperiode der Norweger wird dabei abgedeckt, ebenso das musikalische Spektrum, welches im Laufe der Jahre immer breiter geworden ist. Man denke dabei an so unterschiedliche Werke wie „Kveldssanger“, „Perdition City“, „Blood Inside“ und Soundtrack-Projekte wie „Lyckantropen Themes“. Vor dem Hintergrund von ULVERs doch umfangreicher Diskographie ist die Auswahl der 26 Cover-Versionen und Interpretationen sehr gut ausbalanciert.

Folgende Künstler geben sich die Ehre: Unfurl (RUS), Avathar (FI), Mura Hachigu feat. Nokturnes (FI), Smohalla (FR), Asmodée (FR), Selvmord (UKR), Sael (FR), Otzepenevshiye (RUS), Wardaemonic (AUS), FB[Force] (ISR), Karna (RUS), Fluoryne (GER), Year Zero (LAT), Sinestesia (RUS), Pryapisme (FR), Joey Hopkins Midget Factory (US), Aidan Baker (US), Panacea Entertainment (RUS), Project:A (RUS), Cataplus (FI), Jääportit (FI), Wheel Of Knowledge (IT), Zweizz (NOR), Bosque (POR), Noises Of Russia (RUS), Ashtar (BRA).

Alle Bands liefern eine respektable Leistung ab, und verleihen den Songs oftmals ein ganz neues Gesicht. Als besondere Highlights möchte ich vor allem SELVMORD „Wolf And Devil“, FB[FORCE] „Graablick Blew Hun Vaer“, FLUORYNE „Not Saved“, YEAR ZERO „Nowhere / Catastrophe“, SINESTESIA „Tomorrow Never Knows“, AIDAN BAKER „Eittlane“ und JÄÄPORTIT „Gnosis“ hervorheben. Diese Songs sind so gut, dass sie auch gut für sich selbst stehen könnten, was die Compilation umso interessanter macht: Nicht nur ULVER-Fans sei sie ans Herz gelegt, sondern auch aufgeschlossene Hörer, die evtl. noch nie etwas von ULVER gehört haben, können hier eine ganze Menge neuer und vielversprechender Künstler kennenlernen.
Bleibt also nur zu sagen: Mission erfolgreich, es ist ein würdiges Tribut geworden – und für den Hörer gibt’s das alles kostenlos!

Die Compilation gab es anfangs als Direkt-Download auf der Website des Projekts, musste aber aufgrund zu hoher Bandbreitenbelastung auf externe Seiten und Filesharing-Netzwerke ausgelagert werden. Die Links zu diesen Quellen findet man selbstverständlich auch auf der Seite. Wer also dieses Review lesen kann, besitzt schon die Grundvoraussetzungen, um an den Onlinerelease zu gelangen 😉
Mittlerweile ist auch eine Veröffentlichung auf CD geplant, die derzeit für den 15. März anberaumt ist. Genaueres darüber kann man auf der Myspace-Seite des Projekts (http://www.myspace.com/asphasph) nachlesen.

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Nachtrag: Genau gestern erschien die Compilation auf dem für künstlerischen Anspruch renommierten deutschen Label Cold Dimensions, und zwar als edles Doppel-Digipak. Online-Releases sind zwar eine feine Sache, aber es geht eben nichts darüber, ein „echtes“ Kunstwerk in den Händen halten zu können, zu mal hier auch das schöne Artwork perfekt zur Geltung kommt.
Auf Linernotes muss man verzichten, was jedoch kein Verlust ist, da sämtliche Informationen nach wie vor unter dem angegebenen Link abrufbar sind. Und wenn man den fairen Preis für mehr als zwei Stunden beste musikalische Unterhaltung in Betracht zieht, bleibt nur eine Empfehlung: Zugreifen!

26.07.2008

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1 Kommentar zu Various Artists - My Own Wolf: A New Approach - A Tribute To Ulver

  1. Anonymous sagt:

    Allein schon zu sehen, was man mit gegügend kreativem Willen grundlegend verschiedenes aus den Werken anderer Musiker machen kann, ist bereits die Beschäftigung mit dieser Datensammlung wert, bringen es die meisten anderen Musiker doch nur zum simplen Nachzocken von Sabbaths Kriegsschweinen oder Vargs "Lost Wisdom".

    8/10