Various Artists - Voices Of Rock MMIX: High & Mighty

Review

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils dieser Compilation war es schnell klar, dass das Produzenten-Team Michael Voss und Chris Lausmann ihm ein Sequel folgen lassen würde. Das Konzept ist dabei dasselbe wie beim Vorgänger: der Melodic Rock/AOR der beiden erhält seine Würze durch zahlreiche Gastsänger, von denen jeder einem Song seinen Stempel aufdrückt. Für den Bonustrack „Maniac“ hat sich Michael Voss selbst hinter das Mikro gestellt, hat er doch immerhin schon für MSG, MAD MAX und CASANOVA seine Stimmbänder erklingen lassen.

Die Stilmittel sind im Grunde bekannt vom melodischen Rock der Achtziger. Man setzt natürlich auf nachvollziehbare Refrains, ein starkes Mainriff und fetzige Leadgitarren. Die gelungene Produktion stellt diese wichtigen Komponenten zudem schön in den Vordergrund. Die Aufbauten der Songs sind relativ vorhersehbar, was bei eingängiger Musik nicht zwingend einen Nachteil darstellen muss.

Geschmackssache sind dabei die kitschigen Keyboard-Sounds und die käsigen Backing-Gesänge. Diese sind zwar typische AOR-Stilmittel, klingen jedoch teilweise ein wenig arg altbacken und werden dem modernen Ansatz der Produktion etwa nicht gerecht.

Highlights auf „Voices Of Rock MMIX: High & Mighty“ sind der schleppende Opener „Into The Light“ mit Tony Martin (ex-BLACK SABBATH), das treibende „Lay You Down To Rest“ mit Mitch Malloy (ganz kurz mal bei VAN HALEN) und die von Rob Rock (ex-AXEL RUDI PELL, ex-IMPELLITTERI, ex-M.A.R.S., ROB ROCK) gesungene Power-Ballade „Remember Me“. Das Western-angehauchte „Dirty Games“ – hier standen möglicherweise Jon Bon Jovis „Blaze Of Glory“ und das PRIDE & GLORY-Album Pate – mit dem vom kommerziellen Glück wenig verwöhnten David Reece (ex-ACCEPT, ex-BANGALORE CHOIRE) und der von Paul Sabu (unter anderem SABU, ONLY CHILD) stimmlich in Szene gesetzte erdige Stadion-Rocker „Down The Drain“ machen ebenfalls Spaß.

Leider haben sich auch ein paar weniger starke Tracks unter das Material gemischt. Cheesige Rocker wie „Shame on You“ (mit ex-VANDENBERG-Sänger Bert Heerink) oder das von Torben Schmidt (ex-SKAGARACK) gesungene „Only 4 Ever“ können wenig überzeugen. Joe Lynn Turner, der mit DEEP PURPLE und RAINBOW Rock-Geschichte geschrieben hat. Bleibt beim ähnlich gelagerten und mit grausigen „The Final Countdown“-Keyboards zugekleisterten „Tonight“ weit hinter seinen Möglichkeiten. Als Totalausfall ist „In The Heart Of The Young“ zu werten. Trotz der großartigen Stimme von Tony Mills (TNT) ist der auf College Rock getrimmte Zahnlos-Rocker einfach zu kitschig. Der Song wäre sogar auf einem POISON- oder WARRANT-Album ein kompositorisches und härtetechnisches Leichtgewicht.

Insgesamt ist „Voices Of Rock MMIX: High & Mighty“ also ein zweischneidiges Schwert. Produktion und Herangehensweise sind ausgezeichnet, die musikalische Seite nicht immer auf demselben Level. Die nicht gerade mit vielen Veröffentlichungen verwöhnte AOR-Gemeinde wird sich trotzdem freuen, wieder mal neues Futter auf dem Tisch zu haben.

20.08.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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