Various Artists - Warped Tour 2005 Compilation

Review

Die Warped Tour ist quasi die Tour de France der amerikanischen Punk-Musik. In rund 50 Städten rotzen sich Genregrößen und Geheimtipps jedes Jahr die Lunge aus dem Hals. Eine Institution ist auch die dazugehörige CD-Compilation. Und wie es sich für das Herkunftsland dieser Reihe gehört, ist sie prall gefüllt, auf schnelle Einfuhr getrimmt und mit viel mittelmäßigem Fast Food gespickt, aber es gibt auch die souveränen Stars, die soliden Spezialisten und Geheimtipps.
Das Rennen eröffnen MXPX, die mit ihrem melodisch-poppigen Punk-Rock typische Vertreter des großen Feldes sind. Ganz nett zwar, trotzdem ist man irgendwie froh, dass sich diese Abart in Europa weniger inflationär verbreitet. Feucht-fröhlich besingen die DROPKICK MURPHYS anschließend den ’Sunshine Highway’, bevor mit THE OFFSPRING (’Beheaded’) die ersten potentiellen Kandidaten auf den Gesamtsieg ihre Visitenkarte abgeben. HOT WATER MUSIC schlagen sich dann auf gemäßigtem Terrain erwartungsgemäß fein und könnten sich mit ’Poison’ auch auf Bad Religions „The New America“ blicken lassen. THE ACADEMY IS… machen den Job ebenfalls gut, wenn auch kaum mehr als eine Anfahrerrolle drin sein dürfte. GOGOL BORDELLO gehören mit ihrem Zigeuner-Sound dagegen zu den Exoten. ATREYU (’Bleeding Mascara’) holen sich mit Metalcore ohne Probleme die Punkte in der Härte-Wertung. RUFIO (’Out Of Control’) machen in Richtung Papa Roach, HOPESFALL versuchen inzwischen Nickelback-Fans abzugreifen, FROM FIRST TO LAST nerven vom ersten bis zum letzten Ton. Schön, dass es auch rotziger geht: THE UNSEEN killen mit ihren ’Weapons Of Mass Deception’. UNDERMINDED und ZAO riffen Hardcore und BIG D & THE KIDS TABLE beenden den ersten Teil mit einem sehr beweglichen Stück Ska.
Zweieinhalb Minuten brauchen PENNYWISE, um klar zu machen, wer sich das gelbe Trikot holt. ’Yell Out’ von ihrem aktuellen Album „The Fuse“ ist eine Machtdemonstration par excellence. Der Rest schnauft übersäuert hinterher. Der ganze Rest? Nein, denn FLOGGING MOLLY können mit irischem Folk-Punk (’Selfish Man Live In L.A.’) im Windschatten mitradeln. HAWTHRONE HEIGHTS zeigen dank ’Ohio Is For Lovers’ noch mal, dass Hardcore-Screams alleine auch nicht reichen, um den goldenen Blumentopf zu gewinnen. MILLENCOLIN (’Ray’) braucht jetzt eigentlich auch niemand mehr. BLEEDING THROUGH versuchen es dagegen mit der Brechstange. ’Love Lost In A Hail Of Gunfire’ ist ein weiterer ordentlicher Batzen Metalcore (warum eigentlich nicht mal Punkcore?). Doch auch DEATH BY STEREO (’Entombed We Collide’) mischen sich hier noch ein. Als Alternative dazu wehklagen YOUTH GROUP, so dass es GO BETTY GO mit Frauengesang (wurde auch langsam Zeit, dass sich die Damen hören lassen) mit dem Überholen nicht allzu schwer haben. Klar, dass jetzt auch TSUNAMI BOMB (’Being Alright’) nicht zurückstecken wollen. THE PHENOMENAUTS fallen mit ihrem UFO-Punk etwas aus der Reihe, bevor die GYM CLASS HEROES endgültig nach dem ’Taxi Driver’ rufen. Dazwischen haben wir je nach Stimmung die Emo-Melodic-Mitläufer toleriert, verflucht oder beiläufig beklatscht.
Immerhin sind die randvollen Scheiben für nur 10 EUR erhältlich. Bei diesem Hinweis in der Presseinfo hätte man es dann besser belassen. Schön, dass nur Indie-Bands auf den Sampler sind („…eine Absage gegen Corporate Punkrocking!“). Blöd, dass die Tour immer noch von Vans präsentiert wird.

26.07.2005

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