Various Artists - Electro Lounge Volume One

Review

„Lounge-Musik ist keine Genrebezeichung sondern eine immer wieder von der Musikindustrie bemühte Sammelbezeichnung verschiedener Stile. Lounge-Musik beinhaltet sowohl elektronische als auch akustische Musikstile. Die Bandbreite reicht von elektronischen Varianten (von Ambient und Trip Hop, über ruhigere Spielformen des House sowie Mischformen wie Acid Jazz, Nu Jazz und dem neueren Electrotango) bis zu älteren Stilen wie Jazz und Easy Listening.“

Soviel zur Klärung des schwammigen Begriffs „Lounge“, der den neuesten Sampler aus dem Hause Infacted Recordings ziert. Leichte Verwunderung macht sich breit, ist das deutsche Label doch eher für gepflegten Elektro & EBM bekannt. Doch spätestens wenn man sich an die bisherigen Compilations von Infacted erinnert, weiß man, dass immer wieder interessante Konzepte hinter diesen Samplern stecken. Sei es die „Infacted“-, „Infactious“ oder „Infact1ion“-Reihe, stets überraschten die Sampler mit mehr als nur „raren“ Songs oder Remixen.

Auch der erste Teil der „Electro Lounge“ geht wieder neue Wege, nun vor allem aber in musikalischer Hinsicht. Beibehalten wurde die Tatsache, dass sich fast alle labeleigenen Bands auf dem Sampler tummeln, neu ist, dass sie auf „Electro Lounge“ ganz anders klingen als gewohnt – genau, im „Lounge“-Stil nämlich. Das Ergebnis ist so überraschend wie gewöhnungsbedürftig. Wenn Bands wie VOX CELESTA, FROZEN PLASMA oder XP8 auf einmal beginnen, vor sich hin zu chillen klingt dies zunächst einmal eher fremd. Noch fremder erscheint einem dies dann bei Haudrauf-Kombos wie SOMAN, RETRACTOR oder REAPER. Der Sound hat logischerweise nur noch in Ansätzen etwas mit dem Originalsound der Bands zu tun, was mit zunehmender Dauer aber nicht weiter auffällt, da man eh recht bald völlig eingelullt wird und möglicherweise bereits zur Mitte der CD weggepennt ist.

Wie man das ganze nun findet, hängt sehr viel mit der grundsätzlichen Einstellung gegenüber dieser Musikform und dem aktuellen persönlichen Befinden zusammen. Wer die Bands einmal von einer ganz anderen Seite kennen lernen möchte und etwas Abwechslung vom alltäglichen BPM-Gewitter sucht, sollte „Electro Lounge“ auf jeden Fall antesten – sofern er denn auch die dazu nötige Offenheit mitbringt, da dieser Sampler fast garnichts mehr mit dem „altbekannten“ Sound der Bands zu tun hat. Aber genau das ist ja schließlich die Idee hinter „Electro Lounge“ und zeichnet die Compilation auch aus. Entspannend ist sie allemal und auch das Konzept verdient in der immer wieder nach neuen Ideen schreienden Elektro-Szene erneut Anerkennung.

19.01.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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