Various Artists - Fuck The World Split

Review

Superhero Records, ein neues Hardcore-Label aus Berlin, präsentiert mit „Fuck The World Split“ ihren ersten Titel und bietet damit 4 Bands (mit je 4 Tracks vertreten) die Möglichkeit sich der Hörerschaft vorzustellen. Das potthässliche Cover so wie der einfallslose Titel liessen mich ehrlich gesagt ziemlichen Schrott erwarten. Doch schon mit den ersten Klängen wurde ich positiv überrascht. Den Anfang machen PAST GLORIES aus Finnland. Diese haben es bisher nur zu einem Demo gebracht, allerdings waren die Bandmitglieder zuvor in Bands wie Down My Throat und Bolt involviert. Die Band spielt ein flottes Metalcore-Brett bei dem vor allem die unverkennbar Thrash-Metal-lastige Gitarrenarbeit zu begeistern vermag. Bei „Doomsday“ tauchen beispielsweise Riffs auf, die ich eher von The Haunted als von einer Hardcore-Truppe erwarten würde. 7 Punkte für Past Glories. Als nächstes stehen BROKEN BONES aus England an, die vom ehemaligen Discharge-Gitarristen Bones vor knapp 20 Jahren gegründet wurden. Zwischen den 3 Newcomern auf dieser Scheibe wirken Broken Bones wie prominente Opas. Aber noch lang nicht reif für die Rente, so wie die 4 neuen Tracks beweisen. Ihr Sound ist der Inbegriff von Oldschool und nah an den Punkroots der frühen 80er. Ohne Umschweife zieht die Band die gradlinigen Songs durch, womit auf Anhieb die gewünschte Wirkung erzielt wird. Keinerlei Überraschungen, aber falsch machen Broken Bones auch nichts (wie auch, nach 20 Jahren Erfahrung!). Hier wären auch 7 Punkte drin. Mit ONE MILLION THOUGHTS kommen wir zu einem deutschen Beitrag auf dieser 4er-Split. Eine Million Gedanken? Der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam als die Band loslegte, war „klingt wie Biohazard“. Auch wenn sich dieser Vergleich im Laufe der 4 Songs relativierte, One Million Thoughts ist definitiv New-School-Hardcore mit viel Platz für Grooves. Die Songs klingen stark von Morning Again beeinflusst. Leider klingt der Shouter heiser und ziemlich krank. Das mag das hohe Aggressionslevel unterstreichen, nervt aber nach mehreren Durchläufen. Dennoch, One Million Thoughts machen einen ordentlichen Job und bekommen 6 Punkte. Die Finnen CUTDOWM fungieren letztlich als Rausschmeißer der CD und sind als einzige Band mit 3 Tracks dabei. Augenscheinlich bzw. ohrenscheinlich ist bei der Produktion ihrer Aufnahmen etwas schiefgelaufen. Der Sound ist höhenarm und alles klingt verdammt dumpf. Schade, den was hier geboten wird ist wuchtiger Metalcore (mit Betonung auf Metal), vergleichbar mit Pro-Pain. Wenn man mal vom schwachen Sound absieht, dürfte ihr Material schon aufgrund der ausgeprägten Heaviness funktionieren. Knappe 6 Punkte für CUTDOWN. Fazit: „Fuck The World Split“ ist eine durchaus gelungene 4er-Split, die zwar keine absoluten Genre-Highlights, aber auch keinerlei Flops beinhält.

28.12.2002

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