Various Artists - Crossing All Over Vol. 18

Review

Mit ihrer neuesten Ausgabe geht die alternative BRAVO-Hits-Reihe „Crossing All Over“ in die achtzehnte Runde. Wieder einmal bekommt man die Gitarrenhits der letzten Monate komprimiert auf 2 CDs präsentiert. Eigentlich eine geschickte Sache, aber ist das im Zeitalter von bezahlbaren Single-Track-Downloads noch zeitgemäß?

Denn genau dasselbe Phänomen wie bei den Alben trifft ja auch auf den Sampler zu: die Zweitverwertung von Repertoire (sprich: Hits auf Samplern zu veröffentlichen) dient ja dazu, auch die Konsumenten zum Kauf anzuregen, denen ihr Geld für ein komplettes Album mit gerade einmal zwei oder drei Hits zwischen lauter Füllmaterial zu schade ist, und die folglich nur die Singles nachfragen. SOLLTEN! Ein Phänomen, das im Metal sicher weniger verbreitet ist als im Mainstream Musikgeschehen – aber dennoch vorhanden. Den Zahlen des Branchenverbands IFPI zufolge ist der Single-Absatz seit 2001 jedoch um über 50% zurückgegangen. Rechtfertigt das also das Dasein eines Samplers? Auf den ersten Blick schon, denn dass Singles im Vergleich schon immer teuer waren, weiß jeder. Zieht man allerdings in Betracht, dass zu kurze Zeitspannen zwischen Album- und Sampler-VÖ den umsatzstarken Alben das Wasser abgraben (Aber was bleibt anderes übrig? Wer kauft schon einen Sampler mit Songs vom letzten Jahr?), und Sampler laut Studien zu den am häufigsten illegal heruntergeladenen Veröffentlichungen gehören, sieht das schon wieder anders aus. Wenn man also noch mehr Geld sparen kann, indem man sich die paar Songs, die einem von einem Sampler gefallen, bei iTunes für 99 Cent pro Stück herunterlädt, fragt man sich doch, wer überhaupt noch solche Compilations braucht. Stirbt der Sampler somit aus?

Die Tracklist von „Crossing All Over Vol. 18“ liest sich mit ihren Silbermonden, Depeche Moden, Rammsteinen, Kettcars, Oasen und zündelnden Buben wieder wie ein Rock am Ring Line-Up, das mit THE SUBWAYS, THE ALPINE, THE DARKNESS und THE USED aber mit überraschend wenigen „The“-Bands auskommt. Gut, im weiteren Sinne gehören da ja auch noch irgendwie THE TOTEN HOSEN und THE HAPPY dazu… wobei, oh, da schein ich mich wohl irgendwie vertan zu haben. Dumm, dass es THE THE schon gab, oder? Wie auch immer. Noch viele Worte über Songs zu verlieren, die eh jeder, dem’s gefällt, aus der Indie-Disse kennt, wäre irgendwie genauso überflüssig, wie CDs zu veröffentlichen, die Leute kaufen sollen, denen CDs zu teuer sind.

Aber vielleicht sollte man sich diese Compilation aus vorweggenommener Nostalgie kaufen? Vielleicht handelt es sich ja schon um eine der letzten ihrer Art? Wobei: zu den schnellsten hat die Musikindustrie noch nie gezählt, und mit Logik muss man ihr auch nicht unbedingt kommen. Lehnen wir uns also zurück und warten ab, wie viele Outputs die „Crossing All Over“-Reihe und ihre Artgenossen noch hervorbringen werden.

CD 1

LORDI – Hard Rock Hallelujah
RAMMSTEIN – Mann gegen Mann
THE SUBWAYS – Rock & Roll Queen
BULLET FOR MY VALENTINE – All These Things I Hate (Revolve Around Me)
MANDO DIAO – Down In The Past
BLOC PARTY – Two More Years
WE ARE SCIENTISTS – Nobody Move, Nobody Get Hurt
THE ALPINE – Mondays Look The Same
EDITORS – Munich
MONEYBROTHER – They’re Building Walls Around Us
DIE HAPPY – Blood Cell Traffic Jam
WIR SIND HELDEN – Von hier an blind
HARD FI – Cash Machine
BLOODHOUND GANG – Uhn Tiss Uhn Tiss Uhn Tiss
THE DARKNESS – One Way Ticket
NICKELBACK – Far Away
L’AME IMMORTELLE – Dein Herz
IN EXTREMO – Liam
DEPECHE MODE – Precious
APOPTYGMA BERZERK – Shine On

CD 2

OOMPH! – Gott ist ein Popstar
FLYLEAF – I’m So Sick
BOYSETSFIRE – Requiem
EAGLES OF DEATH METAL – I Want You So Hard
MY CHEMICAL ROMANCE – You Know What They Do To Guys Like Us In Prison
THE USED – Take It Away
COHEED AND CAMBRIA – Welcome Home
EXILIA – Kill Me
BELA B. – Tag im Schutzumschlag
TOMTE – Ich sang die ganze Zeit von Dir
KETTCAR – Deiche
OASIS – Lyla
MAXIMO PARK – The Coast Is Always Changing
NEGATIVE – In My Heaven
LAPKO – All The Best Girls
LOST ALONE – Blood Is Sharp
SILBERMOND – Lebenszeichen
REVOLVERHELD – Freunde bleiben
DIE TOTEN HOSEN – Hier kommt Alex (unplugged)

12.09.2006

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